Das Verhältnis der New Yorker zu den Prominenten

Lady Gaga auf den Strassen New Yorks Photo by: Just Jared
Lady Gaga auf den Straßen New Yorks. – Foto: Just Jared

New Yorker – so denken einige – sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um sich für andere, inklusive Prominente, zu interessieren.

Obwohl das nie ganz stimmte, ist es heute weniger wahr denn je. Das hat mehrere Gründe. Erstens leben heute mehr berühmte Menschen in New York als jemals zuvor. „Die Stadt ist so gefragt wie nie, auch bei den Promis. Es hat während der letzten 10 oder 15 Jahre einen großen Zuwachs gegeben“, sagt Alfonse Decatur, ein freiberuflicher Klatschspalten-Kolumnist, der für argentinische Medien aus New York berichtet. „Bis Ende der 90er Jahre war es so, dass berühmte Schauspieler und Filmleute in L.A. lebten, berühmte Musiker in New York. Aber jetzt kommen auch die Filmleute her. Selbst die, die nicht fest in New York wohnen, sind so oft hier, dass man den Unterschied kaum mehr merkt. Keine Stadt der Welt hat eine größere Promi-Dichte.“

Und die New Yorker haben Interesse an ihren Stars. Das kann man beispielsweise an der Popularität einer Seite wie www.rentenna.com ablesen. Als Marketingmaßnahme lässt diese Immobilienseite die Menschen ganz genau wissen, wie es um die „Promisituation” in der Umgebung einer zur Miete oder zum Verkauf angebotenen Wohnung bestellt ist. Apartments haben einen „celebrity score“. Die Seite zeigt auch, dass es durch das Internet heute so einfach wie nie zuvor ist, den Prominenten auf den Fersen zu bleiben.

Leonardo Di Caprio radelt mit Kollege Lukas Haas durch New York. – Foto: Meghan Kaushal

Paparazzo Steve Ballman glaubt, dass Prominente in New York heute mehr denn je im Rampenlicht stehen. „Die Stars werden dir erzählen, dass es in L.A. viel schlimmer sei mit den Fotografen, die die Filmgrößen mit Autos verfolgen und mit langen Objektiven in den Baumkronen hocken. Aber New York nähert sich da an. Es gibt einen boomenden Markt für uns Paparazzi, immer mehr gieren nach privaten Aufnahmen der Prominenten, wie sie einkaufen oder ihren Hund ausführen und in Joggingklamotten unterwegs sind. Alle diese Dinge, die die Stars bisher in New York recht ungestört unternehmen konnten – einfach, weil kaum ein Fotograf sie hier belästigte –, sind heute die Aktivitäten, die für uns den größten Wert besitzen. Die Zeitungen wollen die Fotos von Angelina Jolie und Brad Pitt, die zeigen, wie sie im Starbucks sitzen und Kaffee trinken, und nicht das offizielle PR-Foto, mit dem sie ihren neuesten Film bewerben. Mitleid mit den Promis habe ich übrigens keins. Sie kassieren Millionen durch ihren Ruhm, und das ist Teil des Deals.“

Aber da gibt es noch einen wesentlichen Unterschied zwischen den Los Angelinos und den New Yorkern, sagt Ballmann: „Die Art, wie sie sich verhalten, wenn sie einem Promi begegnen. Sehen Menschen in Los Angeles Will Smith in einem Restaurant, dann bitten sie ihn wahrscheinlich darum, mit ihnen für ein Foto zu posieren. Die New Yorker tun eher so, als hätten sie ihn nicht bemerkt, aber simsen sofort allen ihren Freunden ‚I am sitting next to Katy Perry – can you believe it?’.“

 

 

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