Storys aus der Wirtschaft

Wirtschaftsfaktor Tourismus

Touristen auf dem Empire State Building

Wenn Sie nach New York kommen, ist es nicht nur für Sie schön und interessant. Nein, als Tourist erfüllen Sie auch eine wichtige wirtschaftliche Funktion für die Stadt.

In den letzten 12 Monaten besuchten nach Angaben des New Yorker Fremdenverkehrsamts NYC & Company circa 56,4 Millionen Reisende die Stadt, davon 12,2 Millionen aus dem Ausland. Ein neuer Rekord, der im Folgejahr noch überboten wurde. Die Besucher gaben über 40 Milliarden Dollar aus. Der gesamte wirtschaftliche Beitrag – wenn man Investitionen wie Hotelneubauten mit einbezieht – liegt nach Errechnungen von NYC & Company bei über 61 Milliarden Dollar. 360.000 New Yorker verdienen ihren Lebensunterhalt in der größten Wachstumsbranche der Stadt. Die Besucher zahlen auch fleißig Steuern. Vor allem durch die Sales Tax und die Hotel Tax werden um die 10 Milliarden Dollar eingenommen.

Wen man nicht bei Freunden oder Verwandten auf der Couch unterkommt, ist ein großer Posten im Reisebudget das Hotel. 29 Millionen Hotelnächte wurden gebucht. Die Auslastung der circa 100.000 Hotelzimmer betrug fast 90 Prozent und der durchschnittliche Hotelpreis um die 300 Dollar (unter 200 Dollar ist nur sehr schwer ein halbwegs anständiges Zimmer in Manhattan zu bekommen). Auch die Musicalbranche ist ein großer Nutznießer. Zwölf Millionen Broadwaytickets im Wert von über 1 Milliarde Dollar wurden an Touristen verkauft, was zwei Dritteln des Publikums entspricht. Ein hoher Anteil an Touristen findet sich auch in den Museen, der Oper und anderen Kulturstätten und natürlich in den Läden. Sei es ein Luxusschuhgeschäft wie Manolo Blahnik, wo man Schuhe à la „Sex and the City“ für 500 Dollar oder mehr erstehen kann, oder ein Großkaufhaus wie Macy’s – viele Besucher shoppen bis zum sprichwörtlichen Umfallen. Nicht wenige der Toprestaurants der Stadt könnten ohne Besucher wohl nicht überleben. „Die Hälfte unserer Gäste sind keine New Yorker“, sagt Drew Nieporent, dem zusammen mit dem Schauspieler Robert De Niro die In-Restaurants Nobu und Tribeca Grill gehören, auf bloomberg.com.

Die internationalen Gäste sind für die Stadt besonders interessant. Sie geben viermal soviel aus wie die Inlandsgäste. Gäste aus dem Ausland bleiben länger, unternehmen mehr und shoppen natürlich auch gehörig. Im Jahr 2016 lag Deutschland, nach Großbritannien, Kanada, Brasilien und Frankreich, mit circa 600.000 Besuchern auf Platz 7 (Nummer 1 war das Vereinigte Königreich mit 1,1 Millionen).

Gründe für den Ansturm der Besucher gibt es einige. New York ist und bleibt die interessanteste und spannendste Stadt der Welt, und Weltklasse wird hier auch überall geboten: Wahrzeichen mit Kultstatus, Kulturangebote vom Feinsten, unbegrenzte Shoppingmöglichkeiten, tolle Restaurants und ein vielfältiges und aufregendes Nightlife sind nur ein paar Punkte. Außerhalb des dominierenden Manhattan will die Stadt auch Besucher an nicht so bekannte Viertel und Plätze locken. Jackson Heights in Queens, die South Bronx und St. George in Staten Island werden besonders beworben. Zudem wird die Stadt heute, aufgrund der niedrigsten Kriminalitätsraten seit den 50er Jahren, zu recht als sicher empfunden.

Trotz der wirtschaftlichen Schwankungen weltweit und der Präsidentschaft von Donald Trump ist die Stimmung in der Fremdenverkehrsbranche optimistisch. Denn ihr Fazit lautet: Viele Leute wollen und werden immer nach New York kommen. Hoffentlich auch bald Sie, denn Sie wissen jetzt: „New York needs you!“

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