Warby Parker – New Yorker sind wild auf diese Retro-Brillen

Neil Blumenthal und David Gilboa – Foto Warby parker

Die New Yorker Firma Warby Parker hat das richtige Konzept gefunden, um den Brillenmarkt aufzurollen: trendige Designs, Preise, die oft nur einen Bruchteil der Konkurrenz ausmachen, und ein innovatives Verkaufsmodell mit Anprobiermöglichkeit übers Internet. Dazu ein Geschägtsmodell, dass auch auf soziale Verantwortung setzt.

Alles fing in der renommierten Wharton Business School an. Der New Yorker Neil Blumenthal hörte, dass drei seiner Kommilitonen neue Brillen brauchten, einer hatte seine verloren, dem anderen war sie kaputtgegangen, dem dritten gefiel sie nicht mehr. Bis zu 700 Dollar waren nun fällig, und da kam die Frage auf, warum Brillen eigentlich so teuer sind. Blumenthal wusste die Antwort. Er war Freiwilliger bei der Hilfsorganisation VisionSpring, die armen Menschen in Entwicklungsländern zu anständigen Brillen verhilft. Hier hatte er mitbekommen, dass die Branche weltweit von ein paar Konglomeraten kontrolliert wird, die sich preislich wenig Konkurrenz machen. So entstand bei den vier Studenten die Idee, den Brillenmarkt mittels Internetdirektverkauf zu revolutionieren – Neil Blumenthal, David Gilboa, Jeffrey Raider und Andrew Hunt gründeten Warby Parker.

Foto – Warby Parker

Inspiration kam vom legendären Vertreter der Beat-Bewegung Jack Kerouac (1922-1969), einem Pionier seiner Zeit, dem die vier es beim Brillenmarkt nachtun wollten. Aus den Nachnamen zweier Charaktere aus Kerouacs Tagebüchern, Zagg Parker and Warby Pepper, wurde der Firmenname kreiert.

Die Studenten nutzten die Eliteuni als ihren Brutkasten, und nach 18 Monaten Vorbereitung starteten sie 2010 den Brillenverkauf online. Um niedrige Preise anbieten zu können, mussten die Brillen in Fernost hergestellt werden. Der soziale Anspruch ist aber, dass dies unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen passiert, und WP lässt seine Herstellungsstätten von der international anerkannten Auditfirma Verite überprüfen. Für jedes verkaufte Paar wird durch VisionSpring irgendwo in Welt eine neue Brille auf Kosten von Warby Parker gespendet.

Das Konzept ging voll auf. Der Erfolg stellte sich fast sofort nach dem Start ein, und mittlerweile ist WP eine der Lieblingsmarken nicht nur bei modebewussten New Yorkern mit sozialem Gewissen, sondern in den ganzen USA. Auch promis stehen auf WP: Ashton Kutcher und Ryan Gosling sind Fans des Billiganbieters, Gwyneth Paltrow entwarf gleich ein paar Brillen für WP.

Foto – Warby Parker

2013 erweiterte Warby Parker das Konzept und betreibt seitdem auch Läden. Den ersten eröffneten sie auf 121 Greene Street in Manhattan – nur drei Blocks von der Wohnung entfernt, in der Neil Blumenthal aufgewachsen ist. Mittlerweile kamen noch 2 in New York und 5 in anderen US-Städten dazu. “Onlineverkauf wird immer unser wichtigster Vertriebskanal belieben, dass ist wer wir sind”, sagt Gilboa im Wall Street Journal “aber die Shops laufen sogar besser als wir gehofft haben.

2014 wurde das einmillionste Paar Brillen verkauft. 2016, basierten Investitionen auf einen Firmenwert von 1 Milliarde Dollar, also würden z.B. 5% der Firma 50 Millionen Dollar kosten. (Zahlen f]r 2017 noch nicht bekannt) Nicht schlecht für eine Firma die 4 Jahre vorher in einer Uni gestartet wurde.

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