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Bericht zur Armut in New York: 2.5 Millionen Menschen haben Probleme, ihre Grundbedürfnisse zu decken

City Harvest ist eine Hilfsorganisation, die sich die Linderung von Armut in New York zur Aufgabe gemacht hat. Eine Art, wie City Harvest Bedürftigen hilft, sind die 160 LKW, die durch die Stadt geschickt werden. Sie sammeln Lebensmittel bei Restaurants und Händlern ein, die sonst vernichtet werden würden. Jedes Jahr kommen so Millionen von Kilo Essen zusammen. Auch bei der politischen Diskussion von Armut in New York ist die Organisation eine wichtige Stimme. Diese Woche veröffentlichte City Harvest zusammen mit drei anderen Hilfsorganisationen einen Bericht zum Thema.

Demnach haben 2.5 Millionen der circa 8.5 Millionen New Yorker, Probleme die Grundbedürfnisse wie Essen, Wohnen, medizinische Versorgung und Kinderbetreuung decken zu können. Viele dieser Menschen zählen dem Bericht zufolge zu den ‚Hidden Poor’, den versteckten Armen. Das sind Leute, deren Verdienst über der Einkommensgrenze für viele Sozialleistungen liegt, die aber nicht genug Einkommen haben, um alle Grundbedürfnisse zahlen zu können. Die Suppenküchen und Tafeln New Yorks wurden letztes Jahr 25 Millionen Mal in Anspruch genommen. Die Mehrheit der Besucher kamen aus Haushalten, in denen mindestens eine Person Vollzeit arbeitet, so der Bericht von City Harvest.

“Nach den Einkommensgrenzen, die die Bundesregierung zugrunde legt, sind diese Menschen nicht arm. In Wirklichkeit aber schon“, so David DeVaughn von City Harvest. „Die staatliche Armutsgrenze für eine vierköpfige Familie ist $ 20,780. Wir haben errechnet, dass selbst in der Bronx, wo die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu anderen Teilen New Yorks noch relativ niedrig sind, mindestens $ 76,000 gebraucht werden, um die Grundbedürfnisse zu decken. Bei der Recherche für unseren Bericht merkten wir, wie weit die Kluft zwischen dem, was die Leute zum Leben brauchen, und dem, was sie verdienen, groß geworden ist. Ein Problem ist, dass Lohnerhöhungen seit Jahren nicht Schritt mit den steigenden Lebenshaltungskosten gehalten haben”. Dem pflichtet Emily, eine New Yorkerin aus der Bronx bei: “Wir schlagen uns so von Gehalt zu Gehalt durch. Wir arbeiten und arbeiten, aber wir haben trotzdem nicht einmal genug Geld fürs Nötigste. Ich lebe mit meinem Mann und meiner Tochter in einer kleinen Wohnung. Jedes Jahr wird die Miete erhöht. Es ist alles sehr schwer.”

Warten auf Lebensmittelausgabe Foto – Alan Mishkin

Patentlösungen kann auch City Harvest nicht anbieten, aber David DeVaughn weist darauf hin, dass es auch für Leute, die einen Job haben, Hilfen gibt, wie zum Beispiel das ‘Supplemental Nutrition Assistance Program‘ (SNAP). Dies war früher als ‚Food Stamps’, also Essensmarken, bekannt. Je nach Jahr beziehen zwischen 1.5 und 1.7 Millionen (=einer von fünf) von den 8.5 Millionen New Yorkern SNAP. Eine Einzelperson bekommt durchschnittlich $ 130. Eine Familie bekommt $ 250. SNAP ist relativ einfach zu bekommen und auch die Anforderungen, es weiter zu beziehen, sind vergleichsweise niedrig. Viele Menschen sind sehr lange Zeit SNAP-Bezieher.

„Wir hoffen, dass unser Bericht dazu beiträgt, dass auch Leute, die selbst nicht arm sind, die Bedingungen verstehen, unter denen ein großer Teil unserer Bevölkerung lebt. Wir müssen uns Gedanken machen, wo die hohen Lebenshaltungskosten in unserer Stadt hinführen”, sagt David De Vaughn. Hier ist ein Link zum vollen Bericht.

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