Es spielt in NY

Auch damals lag die Stadt am Boden – meine New York Lieblingsfilme aus den 1970er Jahren

Die 1970-er Jahre sind für mich eine der interessantesten Dekaden bei Filmen, die in New York spielen. In dieser Zeit war die Stadt am Boden. Die Kriminalität war hoch, die Wirtschaft in einer Krise und Vertrauen in die Zukunft kaum vorhanden . Der Rest Amerikas empfand New York als kaputten Sündenpfuhl, den man subventionierte, aber wo trotzdem immer alles schlechter wurde.

Hier sind meine 6 Lieblings New York Filme, die in den 1970er Jahren spielen und die Atmosphäre in dieser Zeit schön einfangen.

French Connection (Brennpunkt Brooklyn) – 1971

French Connection

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Gene Hackman spielt den ultrahart gesottenen Polizeikommissar Jimmy „Popeye“ Doyle, der zusammen mit seinem Partner Buddy Rosso die Einfuhr einer gewaltigen Menge Heroin verhindern will. Wer den Film gesehen hat, wird sich an Autoverfolgungsjagd unter den hochliegenden U-Bahn-Schienen in Brooklyn erinnern, in der Popeye einen Killer jagt, der auf ihn angesetzt wurde. French Connection beruht auf einer wahren Geschichte.

Regisseur: William Friedkin. Mit: Gene Hackman, Roy Scheider, Fernando Rey.

The Panic in Needle Park (Panik im Needle Park) – 1971

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An der Ecke 72th Street und Broadway in Manhattan gibt es zwei Plätze (Sherman Square/Verdi Square), die zusammen einen kleinen Park bilden. Heutzutage ist er in vorbildlicher Verfassung und die Gegend rings herum hochbegehrt. In den 1970-er Jahren war der Platz ein Treffpunkt von Heroinjunkies und Dealern und als „Needle Park“ bekannt. Der Film zeigt diese Welt mit einem sehr jungen, noch nicht allzu bekannten Al Pacino in einer der Hauptrollen.

Regisseur: Jerry Schatzberg. Mit: Al Pacino, Kitty Winn, Alan Vint.

Serpico (1973)

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In den 1960-er und 1970-er Jahren gehörte Korruption in den eigenen Reihen zum Alltag bei der New Yorker Polizei (NYPD). Es wurde Geld von  Kriminellen genommen, Beweismittel fabriziert, Geständnisse erpresst und vor Gericht gelogen. 

Der junge Polizist Frank Serpico, der neu zum NYPD stößt, ist davon angewidert und will seine Arbeit sauber machen. Freunde macht er sich damit bei den meisten Kollegen nicht. Serpico, der als Zivilpolizist im Drogenmilieu arbeitet, lebt deshalb gefährlich.  Auf welche Kollegen er sich verlassen kann und welche den Dealern näherstehen als ihm, weiß er nie.

Serpico versucht, sich bei Vorgesetzten Gehör zu verschaffen, die aber von diesem unangenehmen Thema meist nichts hören wollen. Erst nach viel negativer Presse über NYPD-Korruption wird schließlich die Knapp Commission (benannt nach ihrem Vorsitzenden Richter Whitman Knapp) gegründet die, auch mit Hilfe von Serpico, die riesigen Ausmaße der Polizeikorruption ans Licht bringt. Serpico basiert auf einer wahren Geschichte.

Regisseur: Sidney Lumet. Mit: Al Pacino, John Randolph, Jack Kehoe.

Mean Streets (Hexenkessel) – 1973

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Heutzutage besteht Little Italy in Manhattan nur noch aus ein paar Blocks voller Restaurants, viele davon Touristenfallen. Der Großteil des Viertels wurde mittlerweile von Chinatown verdrängt. Authentisches italo-amerikanisches Leben spielt sich hier schon lange nicht mehr ab.

In den späten 60-er Jahren, zu der Zeit, in der „Mean Streets“ spielt, war das noch anders. Der Film zeigt ein paar Tage im Leben der drei italo-amerikanischen Kleinganoven Charlie, Johnny und Tony. Was den Film auszeichnet, ist nicht so sehr die Handlung, die nur als Rahmen dient, sondern das nuancierte, authentische Porträt dieser Welt durch Regisseur Martin Scorsese (selbst Italo-Amerikaner der im Viertel aufwuchs).

Scorseses Film zeigt uns das Milieu mit seinen Werten und Widersprüchen. Wir sehen, wie Freundschaft, Loyalität und katholischer Glauben, Hand in Hand mit Verbrechen gehen.

Regisseur: Martin Scorsese. Mit: Harvey Keitel, Robert De Niro, David Proval.

The Taking of Pelham One Two Three (Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123) – 1974

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Vier Bewaffnete nehmen eine New Yorker U-Bahn in ihre Gewalt und fordern 1 Million Dollar Lösegeld (eine gewaltige Summe im Jahr 1974), und zwar innerhalb einer Stunde. Danach wird jede Minute eine der 17 Geiseln erschossen.

Lieutenant Zachary Garber wird von allen Seiten unter Druck gesetzt – Öffentlichkeit, Stadtbürokratie, erbarmungslose Erpresser – und die Zeit die Passagiere zu retten läuft davon.

Ein hochspannender Thriller, zu dem der kaputte Zustand der Stadt und Walter Matthau in der Hauptrolle viel beitragen. Die Neuverfilmung aus dem Jahr 2009 ist im Vergleich blass, aber für New York Fans wegen der tollen Drehorte trotzdem sehenswert.

Regisseur: Joseph Sargent. Mit: Walter Matthau, Robert Shaw, Martin Balsam, Hector Elizondo, Earl Hindman.

Taxi Driver (1976)

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Der psychotische Taxifahrer Travis Bickle fährt, wachgehalten durch Pillen, durch das New York der 1970er Jahre und ist voller Hass auf das, was er sieht: Drogen, Müll, Verbrechen.  

 „Diese Stadt ist eine Kloake. Sie ist voller Dreck und Abschaum“, kommentiert Bickle, die Lage gegenüber einem Fahrgast. Der Einzelgänger entscheidet sich, nicht mehr einfach nur zuzusehen, sondern seinen Teil dafür zu tun, das ‘aufgeräumt’ wird.

Der Film, zum großen Teil eine Charakterstudie, ist ein weiteres Meisterwerk von Martin Scorsese, der hier ein New York einfängt, das sich Besucher und selbst Bewohner heute kaum mehr vorstellen können.

Regisseur: Martin Scorsese. Mit: Robert De Niro, Jodie Foster, Harvey Keitel, Cybill Shepherd.

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