Gesellschaft + Politik

Bis zu 8,8 Mio. Menschen – New Yorker Bevölkerung vielleicht höher als jemals zuvor

von Erol Inanc
Gründer New York Aktuell
16-08-2021

Obwohl New York von vielen nach Ausbruch der COVID Pandemie totgesagt wurde, leben nun möglicherweise mehr Menschen als jemals zuvor in der Stadt.

Laut der vor einigen Tagen veröffentlichten Auswertung von Daten aus der Volkszählung 2020 ist New York seit der letzten Erhebung vor 10 Jahren enorm gewachsen. Es wurden zusätzliche 629.000 Einwohner gezählt, was die aktuelle Bevölkerung auf 8.8 Mio. Menschen bringen könnte – mehr als je zuvor.

Die höheren Zahlen sind laut Peter Lobo, der Chefdemograf der Stadt, nicht nur Neuankömmlingen zuzuschreiben, sondern auch besseren Methoden beim 2020 Census, wie man Volkszählungen hier nennt.

In einem Gespräch mit der New York Times sagte Lobo, dass der Census klar zeigt, dass Behauptungen, dass New York auf dem absteigenden Ast wäre, falsch sind.

Das Leben geht weiter – auch während einer Pandemie – Foto Michael Graf

“Der Niedergang von New York City wurde sehr oft vorhergesagt – jedes Mal lag man falsch”, so Lobo. “Ich weiß, dass die Daten zum großen Teil vor dem Ausbruch der Pandemie erhoben wurden, aber 600.000 Menschen mehr entspricht der Bevölkerung von Miami. Es ist riesig.”

Wie viele Leute nach dem Ausbruch von COVID-19 aus New York wegzogen, ist nicht genau zu sagen, aber eine riesige Stadtflucht hat es schon deshalb nicht gegeben, weil die allermeisten Leute gar nicht die Möglichkeit hatten, die Stadt zu verlassen, selbst wenn sie wollten, da eine machbare, attraktive Alternative fehlt.

Die Leute, die New York verließen, waren überwiegend wohlhabendere Menschen mit Ressourcen und Optionen. Das sind genau die Menschen, die wieder zurück in die Stadt strömen, was man auch am boomenden Immobilienmarkt erkennen kann. Der Nettoverlust an Bevölkerung vom Ausbruch der Pandemie bis heute dürfte sich sehr in Grenzen halten, vielleicht gab es gar keinen.

Bürotürme stehen oft zum großen Teil leer – Foto Ellen Rider

Natürlich steht New York aber vor großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. So hat Corona beispielsweise die Arten, wie man arbeitet, geändert und es gibt gewaltige Mengen an leerstehender Bürofläche, von denen niemand weiß, ob sie jemals wieder gebraucht werden. Auch gibt es vielerorts Sorgen, dass es bei der öffentlichen Sicherheit, die sich in den letzten 30 Jahren kontinuierlich verbessert hat, Rückschläge geben kann.

Was auch immer an Problemen kommen wird, ein dystopisch menschenleeres New York wird nicht darunter sein.

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