Leute aus D-A-CH in NY

Deutsch-amerikanische Steuben Parade – Wir treffen eine 52-köpfige Truppe aus Niedersachsen und einen stolzen Trabi-Besitzer

Hier findet Ihr zwei Geschichten rund um die German-American Steuben-Parade. ‚Wir treffen eine 52-köpfige Gruppe aus Niedersachsen‘ und ‚Was macht ein Trabi in New York?‘


Wir treffen eine 52-köpfige Gruppes aus Niedersachen

Man sagt, dass um die 15% der Amerikaner deutsche Vorfahren in ihrer Ahnentafel haben. Viele Deutsche waren Mitte des 19. Jahrhunderts wegen Unruhen und Arbeitslosigkeit aus ihrer Heimat ausgewandert. Wegen der zwei Weltkriege, in der sich die USA und Deutschland als Feinde gegenüberstanden, gab sich aber in der Zeit von 1914 bis 1945 einiges an anti-deutschen Ressentiments. Bis 1957 hatten diese sich aber wieder gelegt, dass eine Parade ins Leben gerufen werden konnnte, die deutsche Kultur und die Geschichte der deutschen Einwanderung in die USA feierte.

Benannt wurde die Parade nach Friedrich Wilhelm von Steuben, einem preußischen Offizier und späteren amerikanischen General, der sich unter George Washington im Unabhängigkeitskrieg verdient mache. Der talentierte General hatte einen bedeutenden Anteil am Sieg gegen die englischen Kolonialherren.

Dieses Jahr fand die 62. German-American Steubenparade statt, die die 5. Avenue zur 86. Straße hochzog. Sie endete in Yorkville – ein Viertel, das im frühen 20. Jahrhundert als ‘Germantown’ bekannt war. Viele der Teilnehmer kamen eigens aus Deutschland angereist. New York Aktuell hat sich mit dem Leiter einer der Züge, Dirk Heindorff, getroffen.

Dirk Heindorff von der Kreisfeuermusik Celle wartet mit seiner Truppe auf ihren Einsatz auf der Steubenparade

Dirk, erzähl uns doch bitte ein bisschen was von Eurer Truppe.

Wir sind die Kreisfeuerwehrmusik des Landkreis Celle, und haben Mitglieder aus verschiedenen Orten in der Region. Wir sind mit 52 Teilnehmern angereist. Alle Altersgruppen sind vertreten, wir haben Leute von 16 bis 81 dabei.

Wie kam die Reise zustande?

2013 besuchten wir die Partnerstadt von Celle, das ist Tulsa in Oklahoma. Dort haben wir mit Erfolg aufgespielt, auch auf dem örtlichen Oktoberfest. Damals ist uns der erste Gedanke gekommen, dass es doch toll wäre, auch an der Steuben in NY teilzunehmen. Zwei unserer Musiker haben mir damals gesagt: “Wenn Du das schaffst, tragen wir dich in der Sänfte durch den Central Park.” Ich habe leider noch keine Sänfte gesehen (lacht).

Wie hat New York Euch empfangen?

Wir sind hier sehr herzlich empfangen worden. Gestern (Freitag, 20.09.) war es toll, es gab eine offizielle Begrüßung für alle Teilnehmer der Parade durch Vertreter der Stadt New York im Washington Square Park. Natürlich haben wir die Gelegenheit gleich für ein Platzkonzert genutzt. Die anwesenden New Yorker haben sich gefreut. Überhaupt ist es so, wenn man mit einer Feuerwehruniform in New York unterwegs ist, gibt es viel positive Resonanz. Manche Leute schütteln einem die Hand, andere wollen ein Foto mit Dir machen. Einige von uns haben das erste Mal so eine weite Reise gemacht und waren nervös, eine so riesige Stadt zu besuchen. Die Stadt nahm uns aber so nett auf, dass alle schnell entspannt waren.

Was macht Ihr heute genau in der Parade?

Wir marschieren in der ersten Division, also im vorderen Teil der Parade mit. Wir spielen Marschmusik und auch Polka. Wir haben ein sechs Meter breites Banner, damit die Leute auch sehen, wo wir herkommen und eine große deutsch-amerikanische Flagge.

Ihr habt gestern (am Freitag) einen Kranz am World Trade Center niedergelegt, um den Opfern vom 11. September zu gedenken. Was war das für eine Erfahrung?

Ja, uns wurde erlaubt, einen Kranz niederzulegen und den Opfern mit einem Musikstück zu gedenken. Das war natürlich ein ganz besonderes, sehr emotionales Erlebnis. Rings herum standen Leute, einige hatten Tränen in den Augen. Besonders berührt hat uns eine Unterhaltung mit einer Dame, die vor 50 Jahren aus Deutschland nach New York kam und bei den Anschlägen ihre Tochter und Schwiegersohn verlor.

Handyvideo der Kranzniederlegung

Ein Trabi in New York


Andrew Burzynski, stolzer Trabibesitzer

Andrew Bryzinski, ein polnisch stämmiger New Yorker, kaufte diesen 1985 Trabant auf Ebay. Der vorige Besitzer hatte den Wagen aus Ungarn in die USA importiert. “Ich wollte ein Fahrzeug, mit dem meine Familie Spaß haben kann. Erst dachte ich an ein Motorrad, aber ein Trabant ist cooler. Ich bin jetzt das fünfte Mal bei der Steuben Parade dabei.”

Der Trabi auf der Steuben-Parade

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