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Vor Gericht in New York – Netflix ‘El Chapo’ trifft auf den echten Drogenkönig

Alejandro Edda (34), der in der Netflix-Serie „Narcos: Mexico“ den Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán verkörpert, hat am Montag dessen Gerichtsprozess in New York überraschend besucht. Es war der Tag, an dem Isaias Valdez Rios, der Ex Bodyguard von Guzmán, seine Aussage weiterführte. Dem echten „El Chapo“ schmeichelte die Aufmerksamkeit offenbar sehr. Als Guzmán (61) in den Saal geführt wurde, habe ihm der mexikanische Schauspieler aus der zweiten Reihe des Saals zugenickt, berichtete die „New York Post“. Der Angeklagte habe daraufhin über das ganze Gesicht gestrahlt. Ein Justizbeamter wies das Publikum an, sich trotz der Anwesenheit von Edda korrekt zu verhalten: „Keine Gesten! Keine Daumen hoch! Nicht lachen! Das hier ist nicht ‘Comedy Central’!”

Guzmán ist dafür bekannt, dass er Publicity liebt. Sein Verteidiger William Purpura, der den Drogenkönig auf den besonderen Besucher aufmerksam machte, sagte später auch, dass El Chapo glücklich über die Anwesenheit des Schauspielers schien. Der Besuch von Edda war Teil Teil seiner Vorbereitung für neue Folgen von „Narcos: Mexico“. Derzeit wird in Mexiko die zweite Staffel gedreht. Der Schauspieler machte sich während des Prozesses auch eifrig Notizen. Danach sagte er der „New York Daily News“ über das Erlebnis: „Mein Herz raste. Meine Hände waren feucht. Er sah mich an, winkte mir. Ich habe ihm aus der Distanz Respekt gezollt. Es war ein surrealer Moment, ihm in die Augen zu sehen. Dieser Typ ist der Anführer eines großen Kartells. Das hat mich eingeschüchtert.“

Der echte El Chapo (links) und Alejandro Edda

Später traf Edda auch Guzmáns Frau Emma Coronel (29), und soll sich gut mit ihr unterhalten haben. Für schuldig hält Edda den Drogenkönig aber trotz allem. „Er hat viele, viele schreckliche Dinge getan. Traurig ist nur: Er ist nicht der einzige. Es gibt viele üble Typen um uns herum.“

Der Prozess gegen Guzmán kommt schneller voran als erwartet. Es ist möglich, dass die Staatsanwaltschaft ihre Beweisführung noch in dieser Woche abschließt und beide Seiten bereits kommende Woche ihre Schlussplädoyers halten. Wie lange die Jury dann für ihr Urteil braucht und wann im Fall einer Verurteilung Guzmáns ein Strafmaß verkündet wird, ist noch offen. Der Prozess könnte auch in einer ‘hung jury’ enden. Das hieße, die Geschworenen können sich nicht auf ein Urteil einigen und es muss neu verhandelt werden. Der Spitzname ‚El Chapo‘ bedeutet ‚Der Kurze‘ und bezieht sich auf Guzmáns Körpergröße von 1.65 Meter.

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