Pinnwand

Geister-U-Bahnstation City Hall

Wenn man mit der U-Bahn-Linie 6 bis zur Endstation Brooklyn Bridge fährt und dann, anstatt auszusteigen, sitzen bleibt, während der Zug die Fahrtrichtung wechselt, sieht man sie – die „Geisterhaltestelle“ City Hall. 1904 gebaut, war sie einer der ersten und schönsten Bahnhöfe im System. Sie sollte ein „Mini“-Grand Central Terminal sein.

Weitblick hatte man aber beim Design nicht. Durch den gewundenen Verlauf des Bahnsteigs entstanden Lücken zwischen Zug und Bahnsteig, die zu Sicherheitsproblemen führten. Der Bahnsteig erweis sich außerdem als zu kurz für die später eingeführten längeren Züge. Da auch die wichtigere Station Brooklyn Bridge sehr nahe war, nutzten in den 1940er Jahren nur noch um die 600 Passagiere pro Tag die Station City Hall. Dies alles führte 1945 zu ihrer Schließung.

1995 wurde die Station renoviert, um sie zu einem U-Bahn-Museum umzufunktionieren. Drei Jahre später wurden diese Pläne wegen Sicherheitsbedenken aber wieder aufgegeben. Den Anblick der Station in ihrem renovierten Glanz konnten dann jahrelang nur besonders Befugte genießen. Vor ein paar Jahren hatte der U-Bahn-Betreiber MTA dann ein Einsehen und erlaubte, dass man beim Richtungswechsel im Zug bleiben darf, um dieses Stück New Yorker U-Bahn-Geschichte erleben zu können.

eny-image