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Legendärer Harlemer Heroinkönig, der später von Denzel Washington gespielt wurde, stirbt mit 88

Frank Lucas 1971 im Madison Square Garden – Foto Sports Illustrated

Der legendäre Drogen-Boss Frank Lucas, der von Denzel Washington im Film «American Gangster» verkörpert wurde, starb im Alter von 88 Jahren in Cedar Grove, New Jersey (Großraum New York).
Lucas wuchs in North Carolina auf und stieg bis zum Ende der 1960er Jahre zu einem der größten Heroin-Dealer von New York auf, mit Hauptquartier in Harlem. Er soll das Rauschgift sogar in Särgen vom gefallenen US-Soldaten von Südostasien nach Amerika geschmuggelt haben, was er später aber bestreitete.

Lucas erzählte der «New York Times» im Jahr 2000, dass er auf dem Höhepunkt seiner kriminellen Karriere eine Million Dollar am Tag eingenommen habe (viele Kenner der Szene bezweifeln, dass diese astronomische Summe 1970 möglich war). Auf jeden Fall hatte Lucas aber in seiner Glanzzeit viel Geld. Das trug er auch gerne zur Schau. Legendär ist sein Auftritt beim Boxkampf 1971 zwischen Muhammad Ali und Joe Frazier im Madison Square Garden, zu dem er mit langem Pelzmantel und passendem Hut erschien (Foto oben).

Nach seiner Verhaftung 1975 und Verurteilung zu 70 Jahren Haft erklärte der Drogenkönig sich bereit, mit den Behörden zusammenzuarbeiten, was zur Verhaftung von 100 Leuten führte . Sechs Jahre später wurde er begnadigt, kam aber 1984 erneut wegen Drogenhandels in Haft. Diesmal musste er seine siebenjährige Haftstrafe absitzen.

Regisseur Ridley Scott nahm die Lebensgeschichte des Drogenbosses als Vorlage für seinen Film «American Gangster». Der Thriller spielt vorwiegend im Harlem der 1970er Jahre. Da Zeitzeugen viele der Behauptungen von Lucas infrage stellten, muss man den Streifen als halbbiografisch bezeichnen.

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