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Der Lufthansa Raub – eines der legendärsten Verbrechen in der Geschichte New Yorks

Es war einer der spektakulärsten – und wahrscheinlich lukrativsten – Raubüberfälle in der Geschichte der USA, hinter dem wahrscheinlich die Mafia stand. In der Nacht zum 11. Dezember 1978 fuhr mehr als ein halbes Dutzend Ganoven mit einem LKW vor die Lufthansa-Frachthalle am JFK Flughafen in New York. Mit Pistolen bewaffnet und getarnt mit Skimasken erzwangen sie sich Zugang zum Tresorraum. Die Beschäftigten des Flughafens wurden mit Handschellen zusammengekettet. „Wir kriegen deine Familie, wenn Du nicht aufschließt“, drohten sie einem der Angestellten, als sie ihm die Pistole an den Kopf setzten. Dann verluden die Räuber ihre Beute ohne große Eile: Fünf Millionen Dollar in bar (heutiger Wert circa 14 Millionen Euro), dazu italienische Lira Gold und teure Perlen in Millionenwert. „Das ganze lief wie ein Uhrwerk ab“, sagte ein Sprecher des Flughafens nach dem Überfall. Die Quelle des Geldes war die Afghanistan Bank. Die hatte es nach dem Putsch der Opposition über Frankfurt mittels der Commerzbank ins Ausland gebracht.

Hinterher ließ sich der Hollywood-Regisseur Martin Scorsese von den Verbrechen zu seinem Mafia-Hit „Good Fellas“ inspirieren. Auch die Fahndung nach den Tätern erinnerte an einen Film. Die Verdächtigen tauchten zwar nach und nach auf, jedoch fast immer als Mordopfer. Sie lagen mit Kugeln im Körper in ihren Wohnungen, in Autos oder auf der Müllkippe. New Yorks Mafia führte einen Krieg um das geraubte Geld, bei dem die Räuber selbst auf der Strecke blieben. Als Drahtzieher des Überfalls wird der 1996 im Gefängnis verstorbene Mafiosi Jimmy Burke, auch als ‘der Gentleman‘ bekannt, vermutet. Als dessen Haus vor ein paar Jahren durchsucht wurde, fand man buchstäblich Leichen im Keller, wie die New Yorker Medien berichteten. Teilnahme am Lufthansa Raub konnte dem Gentleman nie nachgewiesen werden – ins Gefängnis kam er wegen Mordes in einem anderen Fall.

Nur einen Beteiligten konnten die Ermittler überführen. Der Lufthansa-Angestellte Louis Werner hatte sicher gestellt, dass sich das Geld in der Frachthalle befand. Er hatte Wettschulden, die er mit seinem Anteil tilgen wollte. Werner wurde ein paar Jahre nach der Tat vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen und erhielt von den Behörden eine neue Identität, um ihn vor der Mafia zu schützen.

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