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‘Play it loud – The instruments of Rock & Roll‘– Altehrwürdiges Metropolitan Museum rockt mit einzigartiger Ausstellung ab

Foto – Metropolitan Museum

Ein altägyptischer Tempel, eine der größten Sammlungen von mittelalterlichen Rüstungen auf der Welt, Bilder von Rembrandt und Picasso und die zwei Millionen anderen Ausstellungsstücke im Metropolitan Museum of Art machen ‘The Met’, wie New Yorker den Kunstpalast nennen, zu einem der wichtigsten Museen der Welt.

In den letzten Jahren gab es neben Ausstellungen zu klassischen Themen aber auch Events zu zeitgenössischer Popkultur: ‚Savage Beauty’, eine Ausstellung in der 2011 Kreationen des britischen Designers Alexander McQueen gezeigt wurden, war die erfolgreichste in der Geschichte des Museums. Die Ausstellung ‚Heavenly Bodies‘, in der vom Katholizismus inspirierte Mode von Designern wie Yves Saint Laurent und Jean Paul Gaultier antiken katholischen Objekten aus der Sammlung des Met gegenübergestellt wurden, verzeichnete einen ähnlichen Besucheransturm. Nun fängt das altehrwürdige Museum mit ‘Play it loud – The Instruments of Rock & Roll‘ sogar an zu rocken! Mehr als 130 Instrumente, die Rockgeschichte schrieben, sind in dem einzigartigen Event zu sehen — von der Gitarre, auf der Chuck Berry 1958 das weltbekannte und oft kopierte Riff für “Johnny B. Goode” komponierte bis Lady Gagas Lieblingsklavier, sind Instrumente aus allen Epochen der Rockgeschichte zu sehen.

Eine Gitarre von Prince – Foto Metropolitan Museum

Zusammengestellt wurde ‘Play it loud‘ von Jayson Dobney, der für Musikinstrumente beim Met zuständig ist (das Museum hat eine der besten Sammlungen an alten Instrumenten auf der Welt) und Craig Inciardi von der Rock & Roll Hall of Fame in Cleveland. Die Ausstellung, die sieben Galerien umfasst, ist durchdacht und attraktiv angelegt. Das Herzstück ist ‘Creating a Sound‘ – ein Raum in der Mitte der Ausstellung. “Creating a Sound soll an ein Studio der 60er und 70er Jahre erinnern,” so Inciardi bei der Pressekonferenz zur Eröffnung. “Wir stellen vier Gitarristen vor, die alle einen unverwechselbaren Sound haben: Tom Morello, Keith Richards, Eddie Van Halen und Jimmy Page. Man sieht alles an Equipment, das sie auf der Bühne benutzen: Gitarren, Effektpedale, Amps und Mikrofone. Dazu gibt es Videoleinwände, die Interviews mit den Gitarristen zeigen, die an wichtigen Orten der Rockgeschichte aufgenommen wurden. Das Jimmy Page Interview fand zum Beispiel in den Abbey Road Studios statt, wo die Beatles mehrere Alben aufnahmen. Andere Räume in der Ausstellung sind bestimmten Epochen gewidmet. “Setting the Stage” beispielsweise beschäftigt sich mit den Ursprüngen des Rock ‘n’ Roll – von Elvis Gitarre, die er in den legendären Sun Sessions spielte, bis zu einem Piano, das Jerry Lee Lewis in den 1950er Jahren legendär mit den Füßen bearbeitete, gibt es alles zu sehen.

Tasteninstrumente wurden ab den 60er Jahren Bestandteil vieler Rockbands – Foto Metropolitan Museum

Den Kuratoren war es wichtig, dass auch Frauen gebührend repräsentiert wurden. Die Gitarren von frühen Rockerinnen wie Sister Rosetta Tharpe und Wanda Jackson sind genau so ausgestellt wie Instrumente von Joni Mitchell, Tina Weymouth, Kim Gordon und St. Vincents.

Die Instrumente stammen von der Rock & Roll Hall of Fame in Cleveland, dem Museum of Pop Culture in Seattle, dem Victoria and Albert Museum in London, Sammlern und von den Rockern selbst. “Wir hatten unglaubliche Unterstützung von den Musikern. Es gibt Gitarren in der Ausstellung, die nur wenige Tage vor der Eröffnung noch gespielt wurden. Ringo Starr schickte uns das Drum Kit direkt aus England, das er bei der ersten Beatles Tournee und einigen der frühen Aufnahmen spielte .

Foto – Metropolitan Museum

Eric Clapton lieh uns seine ‚Blackie‘ genannte Gitarre”. Andere Instrumente wurden von den Erben verstorbener Musiker bereitgestellt, darunter zwei Gitarren von Prince ,Tiger‘ und ‚Wolf‘ benannt und eine Gitarre von Grateful Dead Legende Jerry Garcia. Natürlich dürfen auch Gitarren nicht fehlen, die von ihren Besitzern standesgemäß auf der Bühne zerstört wurden, wie Instrumente von Jimi Hendrix, Pete Townshend und Kurt Cobain.

Die Kuratoren wünschen sich, dass alle Arten von Menschen zur Ausstellung kommen. “Wir wollen die Leute, die auch sonst ins Met kommen, genau so erreichen wie Rockfans, die noch nie hier waren. ‘Playing it loud’ ist eine einmalige Gelegenheit in die Rockgeschichte einzutauchen!“, so Inciardi. „Diese Instrumente alle an einem Platz zu sehen, wird so wohl nie wieder möglich sein.”

Die Ausstellung läuft noch bis 1. Oktober 2019 im Met. Danach zieht sie noch für einige Monate in die Rock n Roll Hall of Fame in Cleveland.

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