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Sechster Taxifahrer seit November begeht Selbstmord

Wieder hat sich am Samstag ein Taxifahrer in New York das Leben genommen. Dieses Mal war es der 59-jährige Abdul Saleh. Es ist der sechste derartige Freitod seit November.

Die Einführung von Fahrdiensten wie Uber und Lyft vor einigen Jahren hat die New Yorker Taxibranche total umgekrempelt. Sehr schnell gab es ein Vielfaches von Fahrangeboten, mit dem einhergehenden verschärften Konkurrenzkampf und sinkenden Verdienstmöglichkeiten. Die lizenzierten ‚Yellow Cab‘-Fahrer fühlen sich von der Politik im Stich gelassen, weil sie die als unfair empfundene Konkurrenz zulässt. “Wir werden von der Stadt extrem reguliert, brauchen eine Lizenz und einen Taxischein, und bei Uber meldet man sich einfach an und fährt mit seinem Privatauto los. Die Fahrer leben nicht einmal davon, sondern machen es meist nebenbei. Das ist nicht fair”, so Yellow-Cab-Fahrer Eddie Rodriguez, 47. Ein weiteres großes Problem ist, dass die 13.000 Taxilizenzen bis zum Beginn der Uber-Ära extrem wertvoll waren: Ihre Preise waren ins Astronomische gestiegen und hatten die Eine-Million-Dollar-Grenze geknackt. Die meisten Lizenzen gehören Unternehmen, aber einige Fahrer kauften sich ihre eigene, um unabhängiger zu sein. Wenn ein Fahrer nun etwa im Jahr 2013 eine Lizenz kaufte, zahlte er über eine Millionen Dollar dafür, natürlich meist auf Kredit. 2018 ist sie nur noch um die 150.000 Dollar wert und der Fahrer wahrscheinlich ruiniert. Ein paar der Selbstmörder waren in genau dieser Situation.

„Wir leben in einer der reichsten Städte der Welt. Wie ist es möglich, dass professionelle Fahrer in den Selbstmord getrieben werden, weil die Armut so erdrückend ist, und sich wegen der politischen Untätigkeit Hoffnungslosigkeit breitgemacht hat?”, so Bahairavi Desai von der NYC Taxi Worker Allicance. Ob gegen Uber, die Milliarden an Kapital eingesammelt und auch den Großteil der jungen Leute (also die Zukunft der Stadt) als Kunden gewonnen haben, anzukommen ist, muss zumindest bezweifelt werden.

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