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Vor 50 Jahren kam ,Taxi Driver’ in die Kinos – vielleicht kein Film fängt die Stadt im Verfall der 1970er Jahre besser ein

Bild von Erol Inanc

Erol Inanc

Gründer von New York Aktuell

Originaler Kinotrailer

In den 1970er-Jahre befand sich New York in einer tiefen Krise. Die Kriminalität war hoch, die Wirtschaft schlecht und Vertrauen in die Zukunft kaum vorhanden. Der Rest Amerikas empfand die Stadt als kaputten Sündenpfuhl, den man subventionierte, aber wo trotzdem immer alles schlechter wurde. Vielleicht kein Film fängt die Atmosphäre dieser Zeit besser ein als Regisseur Martin Scorseses ‘Taxi Driver‘, der vor genau 50 Jahren in die Kinos kam.

Travis Bickle (Robert De Niro) ist Ex-Soldat, der als ,Taxi Driver’ durch das nächtliche New York fährt. Er empfindet die Stadt als einen höllischen Sumpf voller menschlichen Abschaums.

Während des Vorspanns sieht man seine obere Gesichtshälfte. Er blickt mit flüchtiger Neugier und unverkennbarer Verachtung auf die Welt um ihn herum, die sich in seinem Gesicht widerspiegelt. Neonreklamen und vorbeifahrende Autolichter tanzen auf seinen Augen.

Aus Travis Perspektive ist New York nur von Prostituierten, Zuhältern und anderen zwielichtigen Gestalten bevölkert und er gibt der Stadt die Schuld für sein gequältes Dasein. So kritzelt er Sachen in sein Tagebuch wie: „Gott sei Dank für den Regen heute Nacht, der den menschlichen Müll von den Bürgersteigen gespült hat.“

Seine Windschutzscheibe mag Travis das Gefühl geben, sich von dem „Abschaum“ abzugrenzen, den er um sich herum sieht, doch Regisseur Scorsese macht von den ersten Minuten des Films an deutlich, dass er selbst Teil dessen ist, was er verachtet.

Travis hat ein Date mit Betsy

Ein Strang der Handlung ist Travis‘ Besessenheit mit Betsy (Cybill Shepherd), die für Präsidentschaftskandidaten Charles Palantine arbeitet und sich auf ein Date mit ihm einlässt, weil er mit seiner scheinbar unschuldigen Hartnäckigkeit anfänglich irgendwie charmant wirkt. Travis bringt die nichts ahnende Frau bei dieser Gelegenheit in eines der Pornokinos, die damals den Times Square bevölkerten.

In einer Szene steigt Betsys Boss Palantine in Travis‘ Taxi und fragt ihn, welches politische Thema ihm am meisten Sorgen bereitet. Die Frage ist als nichts weiter gemeint als der übliche Small Talk eines Wahlkämpfers. Doch Travis erwidert ernst und düster: „Sie sollten diese Stadt hier säubern.“ Während seine Äußerungen immer aggressiver werden, blendet der Film zu den zunehmend verblüfften Reaktionen von Palantine und einem Mitarbeiter, die bemerken, dass sie es mit einem Psychotiker zu tun haben.

Travis und Kinderprostituierte Iris

In einem anderen Strang der Handlung macht Travis die Bekanntschaft der Kinderprostituierten Iris (Jodie Foster). Er plant daraufhin nicht nur Iris’ Zuhälter zu ermorden, sondern auch den Präsidentschaftskandidaten Palantine, weil er die Schuld für das von ihm als hoffnungslos empfundene Dasein des Mädchens auch bei der politischen Klasse sieht.

Die Filmmusik zu „Taxi Driver“ war der letzte Soundtrack des legendären Komponisten Bernard Herrmann, der auch viel mit Alfred Hitchcock arbeitete. Sie ist abwechselnd sanft und aufwühlend und passt so perfekt zu dem oft seltsam gelassen wirkenden, aber innerlich brodelnden Antihelden.

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