
Der große Bauträger RXR Development hat am Mittwoch Pläne für einen neuen 95-stöckigen, 6.5 Mrd. USD teuren Wolkenkratzer auf der 42nd Street direkt neben dem Grand Central Terminal bei der New Yorker Baubehörde ,Department of Buildings‘ eingereicht.

Das Unterfangen ist als ‚Project Commodore‘ bekannt, eine historische Referenz zum legendären 1919 fertiggestellten Hotel Commodore, das sich an der Stelle befand, bevor Donald Trump es 1980 mit dem jetzt dort stehenden Grand Hyatt Hotel ersetzte.

Mit 498 Meter veranschlagter Dachhöhe wird der geplante Turm höher als das World Trade Center, dessen Dachhöhe 417 Meter misst (aber mit Antennenturm 541m hoch ist). Bis zur 82. Etage wird der Wolkenkratzer mit Bürofläche gefüllt, auf Stockwerken 83 bis 95 werden sich Hotelzimmer befinden, die dann höchsten in New York.

Die Gegend rund um den Grand Central Terminal wurde in den letzten Jahren zur begehrtesten Lage für neue Büroimmobilien. Zu den Megaprojekten dort gehören 350 Park Avenue (2032 Fertigstellung geplant), 270 Park Avenue, das neue Hauptquartier der größten Bank der USA JP Morgan Chase (2025 – 423 Meter) und One Vanderbilt (2020-427 Meter).

Das Projekt umfasst auch Upgrades und Erweiterungen für den Grand Central Terminal, darunter eine zusätzliche Transithalle, neue U-Bahneingänge, Verbesserungen bei der Barrierefreiheit und eine sogenannte „kurze Schleife“, die die drei verschiedenen Zugnetze U-Bahn, Metro North und Long Island Railroad effizient verbinden soll.
Der neue Turm, dessen offizielle Adresse 175 Park Avenue lauten wird, soll seinen historischen Nachbarn, den Grand Central Terminal, auf zeitgemäße Weise ergänzen. „Es wird mit hochwertigem, transparentem Glas gebaut, bei den tragenden Säulen werden Elemente der Grand Central Architektur übernommen und der mit Stein verkleidete Kern von 175 Park Avenue wird die Materialität von Grand Central reflektieren. Wir wollen visuelle Harmonie und Zusammenhalt zwischen den zwei Bauwerken erzeugen”, heißt es auf der Webseite des ausführenden Architekturbüros Skidmore, Owings and Merrill (SOM).

Die Schaffung öffentlicher Räume soll eine wichtige Rolle spielen. So werden drei Terrassen, die nach den historischen Nachbarn Grand Central, Graybar und Chrysler Terraces benannt wurden – die Ost-, West- und Nordseiten des neuen Gebäudes umgeben. Sie werden über mehrere große Treppen und großzügig angelegte, barrierefreie Aufzüge erreichbar sein. So soll es, laut SOM, den Menschen ermöglicht werden, die historische Architektur des Viertels auf neue Art zu erleben, weg von den darunter verlaufenden, hektischen Straßen. Auch Sitzmöglichkeiten und Events wie Kunstinstallationen wird es geben.
Laut eines Sprechers von Bauträger RXR sollen die Arbeiten an dem Turm in den kommenden Monaten beginnen. Für wann die Fertigstellung geplant ist, wurde noch nicht bekanntgegeben.


