
Als vergangene Woche Rauch von kanadischen Waldbränden New York in einen so dichten Dunst hüllte, dass die Sonne zu manchen Zeiten kaum noch zu sehen war es das vierte Jahr in Folge, dass Brände Luftqualitätswarnungen in der Stadt ausgelöst hatten.
Im Juni 2023 färbte der Rauch, der vom nördlichen Nachbarn zur Ostküste der USA herunterzog, den Himmel über der Stadt regelrecht orange. Der Luftqualitätsindex erreichte einen Wert von 484 – der höchste jemals gemessene Wert und nur knapp unter dem Skalenmaximum von 500. Das kann nicht nur besonders gefährdete Gruppen wie ältere Menschen schwer beeinträchtigen, Asthmaanfälle auslösen sowie das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte erhöhen, selbst gesunde, körperlich fitte Erwachsene können Schwierigkeiten beim Atmen bekommen.

Die rauchige Luft wird noch gefährlicher, wenn sie wie letzte Woche mit einer Hitzewelle zusammentrifft. Hohe Temperaturen stellen eine zusätzliche Belastung für den Körper dar. „Wenn es heißer ist und zusätzlich Rauch von Waldbränden in der Luft liegt, wird das Herz ohnehin schon belastet; zudem können die Waldbrände schwerere gesundheitliche Beschwerden auslösen, da der Körper bereits unter erhöhtem Stress steht. Schon ein nur wenige Minuten dauernder Aufenthalt im Freien kann sich potenziell auf die Gesundheit auswirken“, erklärt Robbie Parks, Professor für Umweltgesundheitswissenschaften an der Columbia University in Manhattan im Nachrichtenportal “Gothamist“.
Bis auf Empfehlungen auszusprechen, sich an Tagen mit schlechter Luftqualität möglichst in Innenräumen aufzuhalten, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Luftfilter zu nutzen und beim Verlassen des Hauses KN95-Masken zu tragen, kann die Stadt nicht viel machen.

Experten wie Professor Parks, befürchten, dass diese Situationen zur neuen Normalität werden könnten. „Wärmeres und trockeneres Wetter schafft eine Situation, die einem Zunderhaufen gleicht und nur auf einen einzigen Funken wartet, um in Brand zu geraten. Wir erwarten eine Zunahme dieser Ereignisse, da der Klimawandel in einigen Teilen Nordamerikas für wärmeres Wetter und trockenere Bedingungen sorgt.“
Der Weltklimarat der Vereinten Nationen (IPCC) prognostiziert weltweit steigende Temperaturen; dies begünstigt Waldbrände, die nicht nur häufiger auftreten, sondern auch größere Ausmaße annehmen und schwieriger zu löschen sind. Die kanadische Regierung meldete für das laufende Jahr bislang insgesamt 3.337 Brände – eine Zahl, die bereits über der Gesamtzahl des Jahres 2025 liegt.
Die Brände können einen verhängnisvollen Kreislauf in Gang bringen: Sie setzen enorme Mengen an CO₂ frei. Diese erhöhten Emissionen wiederum verschärfen den Klimawandel, heizen den Planeten weiter auf und führen so zu häufigeren, größeren und heftigeren Bränden.
Eine 2024 in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichte Studie ergab, dass die Brände in Kanada zwischen Mai und September 2023 mehr Kohlendioxid freisetzten, als die Mehrheit der Länder weltweit in einem ganzen Jahr produziert.


