
Kein Vertrauen mehr in die USA – Steuerzahlerbund fordert, dass 100 Mrd. Euro an deutschen Gold, das in New York lagert, nach Frankfurt gebracht wird
Angesichts von Donald Trumps Unberechenbarkeit und europafeindlichen Verhaltens sieht Michael Jäger, Präsident des Europäischen Steuerzahlerbundes, akuten Handlungsbedarf, 100 Mrd. Euro an deutschen Gold, das in New York liegt, nach Frankfurt zu holen. In “Bild” sagte er: “In dieser Phase der weltpolitischen Machtverschiebungen ist Weitsicht zu beweisen, dazu gehört das deutsche Gold in den USA sofort zurückzuholen”.

Deutschland hat nach den USA die größten Goldreserven der Erde. Es sind 270.000 Barren mit einem Gewicht von insgesamt 3.375 Tonnen. Derzeit beträgt ihr Wert rund 280 Mrd. Euro. Circa 100 Mrd. Euro davon lagern bei der Federal Reserve im Financial District von New York.
Hinter Jägers Forderung steht die Sorge, ob sich Deutschland weiterhin auf die USA verlassen kann. Präsident Trump fordert mehr Kontrolle über die Federal Reserve, stellt die Sicherheit der US-Goldreserven infrage und will sie durch Elon Musk “prüfen” lassen.
Jäger fordert, dass mindestens eine physische Inspektion der deutschen Goldreserven in New York durch deutsches Personal vorgenommen wird. “Wenn selbst Trump das Gold der USA in Fort Knox in Augenschein nehmen will, dann müsste das auch die Mindestanforderung der neuen Bundesregierung für das deutsche Gold in den USA sein”, sagte er der “Bild”.
Die Idee, das Gold nach Deutschland zu bringen, ist nicht neu. Bereits 2013 kündigte die Bundesbank ein umfassendes Rückholprogramm an. Bis 2020 wurden insgesamt 674 Tonnen Gold aus New York und Paris nach Frankfurt verlagert.
Dass soviel Gold, das der Bundesrepublik Deutschland gehört und von der Bundesbank verwaltet wird, in New York liegt, ist auf den lange florierenden Export von Deutschland in die USA begründet. Die vielen so verdienten US-Dollar wurden bei der Federal Reserve gegen Goldforderungen eingetauscht. Das Gold ist also in den USA entstanden, nicht dorthin gebracht worden.
Die Bundesbank sieht laut einer Stellungnahme gegenüber “Bild” keinen Anlass zur Sorge. Man habe “vollstes Vertrauen” in die Federal Reserve in New York.