
Angesichts von Donald Trumps Unberechenbarkeit und europafeindlichen Verhaltens will Emanuel Mönch, der frühere Leiter der Forschungsabteilung der Bundesbank, dass über eine Rückholaktion für die 1236 Tonnen an deutschem Gold, die in New York liegen und einen derzeitigen Marktwert von 164 Mrd. Euro haben, nachgedacht wird. Es sei „aktuell riskant, so viel Gold in den USA zu lagern“, sagte er am Freitag dem Handelsblatt.

Deutschland hat nach den USA die größten Goldreserven der Erde. Es sind 270.000 Barren mit einem Gewicht von insgesamt 3.375 Tonnen, 1236 Tonnen liegen in New Zork.
Hinter Mönchs Forderung steht die Sorge, ob sich Deutschland weiterhin auf die USA verlassen kann. Präsident Trump fordert mehr Kontrolle über die Federal Reserve, stellt die Sicherheit der US-Goldreserven infrage und wollte sie, bevor er sich mit Elon Musk überwarf, von diesem „prüfen“ lassen.
Letztes Jahr forderte Michael Jäger, Präsident des Europäischen Steuerzahlerbundes, dass mindestens eine physische Inspektion der deutschen Goldreserven in New York durch deutsches Personal vorgenommen wird. „Wenn selbst Trump das Gold der USA in Fort Knox in Augenschein nehmen will, dann müsste das auch die Mindestanforderung der neuen Bundesregierung für das deutsche Gold in den USA sein“, sagte er der „Bild“.
Die Idee, das Gold nach Deutschland zu bringen, ist nicht neu. Bereits 2013 kündigte die Bundesbank ein umfassendes Rückholprogramm an. Bis 2020 wurden insgesamt 674 Tonnen Gold aus New York und Paris nach Frankfurt verlagert.
Die Bundesregierung und Bundesbankpräsident Joachim Nagel lehnen eine weitere Verlagerung bislang ab. Am Rande der Jahrestagung des IWF in Washington im Oktober hatte er noch die „exzellenten Lagerbedingungen“ gelobt. Ifo-Präsident Clemens Fuest rät von einer „überstürzten Rückholaktion deutscher Goldreserven“ ab. „Das würde in der aktuellen Lage nur Öl ins Feuer gießen, davon sollte man absehen“, sagte Fuest. „Das sollte man eher in einer Lage angehen, in der es keine akute Konfliktlage gibt.“
Dass soviel Gold, das der Bundesrepublik Deutschland gehört und von der Bundesbank verwaltet wird, in New York liegt, ist auf den lange florierenden Export von Deutschland in die USA begründet. Die vielen so verdienten US-Dollar wurden bei der Federal Reserve gegen Goldforderungen eingetauscht. Das Gold ist also in den USA entstanden, nicht dorthin gebracht worden.


