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Manhattan Project – die entscheidende, geheime Rolle die New York bei der Entwicklung der ersten Atombombe einnahm

Trinity Test – Die erste erfolgreiche Atomwaffendetonation der Geschichte am 16. Juli 1945 in New Mexiko

Am 2. Januar 1939, nur Tage nachdem der jüdische Physiker und Nobelpreisträger Enrico Germi nach seiner Flucht aus Italien in den Vereinigten Staaten ankam, begann er an der renommierten Columbia University in New York mit Kernspaltungsexperimenten. 23 Tage später gelang ihm im Keller der Pupin Hall, in dem sich das physikalische Institut auch noch heute befindet, die erste Fission eines Uranatoms auf amerikanischem Boden. Unterstützt wurde er dabei von Footballspielern der Hochschule, die die schweren Materialien, Uran und Grafit, die Germi benötigte, transportierten.

Enrico Fermi

Im August 1939 schickte der in Amerika lebende ungarische Physiker Leé Szilérd einen Brief an US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, in dem er davor warnte, dass Deutschland Atombomben entwickeln könnte, und riet der US-Regierung, ihr eigenes Nuklearwaffenprogramm zu starten. Der Brief wurde auch von Albert Einstein unterzeichnet.

Atombombe ‘Fat Man’ wurde am 9. August 1945 auf Nagasaki abgeworfen

Bald darauf wurde mit der Entwicklung von Nuklearwaffen begonnen. Als Projektleiter wurde der Physiker J. Robert Oppenheimer, der aus einer reichen New Yorker Familie stammte, ausgewählt. Die Arbeiten erfolgte an verschiedenen Orten in den USA, vor allem in den geheimen, weitläufigen Anlagen um Los Alamos, New Mexico, herum.

Forschungsanlagen – Los Alamos – New Mexiko

Gemanagt wurde das Vorhaben zentral aus New York, weshalb die geheimen Arbeiten später als Manhattan Project bekannt wurden. Das Hauptquartier war das Gewerbegebäude 270 Broadway im heutigen Tribeca. Nötige Transaktionen mit der Außenwelt erfolgten über eine Scheinfirma im Woolworth Building, nur ein paar Hundert Meter südlich von 270 Broadway. Uran wurde tonnenweise in einem Lagerhaus auf der West 20th Street in Chelsea, jetzt das Galerienviertel New Yorks, deponiert.

J. Robert Oppenheimer, der ‘Vater der Atombombe’ 1947 mit Albert Einstein

Am 16. Juli 1945 fand außerhalb von Alamogordo, New Mexico, der sogenannte ‚Trinity Test‘ statt. Die nukleare Explosion erzeugte so viel Hitze, dass der Wüstensand zu grünem Glas zu schmolz. Drei Wochen später wurden in Hiroshima und Nagasaki die ersten und einzigen Atombomben der Menschheitsgeschichte abgeworfen. Sie hatten die Codenamen ‘Little Boy’ und ‘Fat Man’. Oppenheimer wurde später oft der ‘Vater der Atombombe’ genannt.

270 Broadway. Im ehemaligen ‘Manhattan Project’ Hauptquartier sind heute Wohnungen
Im Woolworth Building befand sich eine Scheinfirma

Nachdem die Welt sah, welche Verwüstung die Bomben in Japan anrichteten, fürchteten viele New Yorker, dass ihre eigene Stadt einmal Opfer eines nuklearen Angriffs werden könnte. Der bekannte Schriftsteller E.B. White machte sich diese Gedanken. „Die Stadt ist zum ersten Mal in ihrer langen Geschichte zerstörbar. Ein einziges Flugzeuggeschwader, nicht viel größer als ein Schwarm von Gänsen, und die Türme brennen, die Brücken bröckeln, unterirdischen Passagen werden zu Todeskammern. Das Ende des Lebens wie wir es heute kennen.”

Atombombenexplosion am 6. August 1945 in Hiroshima

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