
Die sich über Jahrzehnte erstreckende Saga des Serienmörders Rex Heuermann fand am Mittwoch ihr juristisches Ende, als der Architekt sich überraschend des Mordes an acht Frauen auf Long Island schuldig bekannte. Die Taten reichen bis ins Jahr 1993 zurück. Heuermann hatte seit seiner Verhaftung im Jahr 2023 seine Unschuld beteuert; der Prozess war ursprünglich für September nächsten Jahres angesetzt.
Der sogenannte Gilgo-Beach-Killer – benannt nach dem Gebiet, wo sich Heuermann viele seiner Opfer entledigte, gab nur minimale Antworten auf die Fragen von Richter Timothy Mazzei vom Suffolk County Court zu seinem Schuldbekenntnis. Auf die Frage von Staatsanwalt Ray Tierney, wie er die Opfer getötet habe, antwortete er mit nur einem Wort: „Erwürgt“.
Der 62-Jährige gestand die sieben Morde, für die er angeklagt war: Maureen Brainard-Barnes, Megan Waterman, Amber Costello, Jessica Taylor, Valerie Mack und Sandra Costilla sowie den an Karen Vergata. Heuermann suchte sich seine Opfer unter Sexarbeiterinnen.

Die Ermittlungen in Gilgo Beach begannen 2010, nachdem bei der Suche nach der vermissten Shannan Gilbert, die, wie sich später herausstellte, kein Heuermann Opfer war, mehrere Leichen gefunden worden waren. Die Spur verlief sich zunächst im Sande, bis die Ermittlungen 2022 durch eine behördenübergreifende Task Force wieder aufgenommen wurden. Auslöser waren diverse Medienberichte über die mysteriösen Morde, darunter ein Buch und eine True-Crime-Dokumentation.
Der Fall gewann an Fahrt, als sich Zeugen fanden, die Heuermann und seinen grünen Pickup beschrieben, wodurch er identifiziert werden konnte. Nachfolgend gesicherte elektronische Spuren wie Aufzeichnungen seines Handys, seiner Kreditkarte und seiner Computeraktivitäten machten ihn schnell dringend tatverdächtig. Haare aus Jutesäcken, mit denen die Leichen eingewickelt waren, ergaben eine Übereinstimmung mit Heuermanns DNA, nachdem die Polizei sie mit einem Pizzarand vergleichen konnte, den Heuermann in einen öffentlichen Mülleimer vor seinem Büro in Manhattan geworfen hatte. Die Verteidigung hatte Anträge auf Ausschluss der DNA-Beweise gestellt und Zweifel an der Genauigkeit der Technologie geäußert. Der Richter ließ sie jedoch zu.
Heuermanns Ex-Frau Asa Ellerup sagte Reportern nach der Anhörung, ihre Gedanken seien bei den Opfern und ihren Familien: „Ihr Verlust ist unermesslich. Und in dieser Zeit sollte ihnen der Fokus gelten. Ich bitte Sie, meiner Familie in dieser schweren Zeit Privatsphäre zu gewähren.“
Ellerup und ihre Tochter Victoria Heuermann sind nun Ziel einer Privatklage von Benjamin Torres, dem Sohn von Opfer Valerie Mack. Er wirft ihnen Beihilfe zu Heuermanns Verbrechen vor. Der Anwalt der Ehefrau und Tochter wies die Vorwürfe am Dienstag gegenüber Reportern entschieden zurück: „Ich möchte ganz klar sagen: Frau Ellerup und Victoria Heuermann hatten weder Kenntnis noch Beteiligung an den Taten.“
Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft ohne Bewährung für Heuermann; die Urteilsverkündung ist für den 17. Juni angesetzt.




