Panorama

U-Bahn-Linie 7 – Der „Immigrant Express“

von Erol Inanc
Gründer New York Aktuell
01-10-2019

Nichts spiegelt die Unterschiedlichkeit der Einwohner von New York besser wieder als die U-Bahn – das meistgenutzte Transportmittel, ungeachtet der Klassenzugehörigkeit oder ethnischen Abstammung. Obwohl alle Arten von Menschen die Subway, wie man sie hier nennt, nehmen, haben einzelne Strecken oft einen ganz eigenen Charakter.

Eine Linie mit viel Persönlichkeit ist die 7. Ihre Strecke ist 30 Kilometer lang und führt vom Times Square, dem Zentrum Manhattans, bis nach Flushing, einem Stadtteil von Queens. Der „Seven Train“, wie man hier sagt, hat insgesamt 24 Haltestellen und fast 400.000 Fahrgäste am Tag. Im kosmopolitischen New York werden Sie in jeder beliebigen U-Bahn-Linie Menschen aus verschiedenen Erdteilen sehen. Aber selbst hier hat die 7 eine besondere Stellung, weil fast an jeder Station, die sie in Queens anfährt, eine andere Gruppe von Einwanderern wohnt, was dem Zug den Spitznamen „Immigrant Express“ einbrachte.

Da die U-Bahn-Linie 7 zum Großteil nicht in einem Tunnel verkehrt, sondern auf Schienen, die einige Meter über der Straße verlaufen, haben Sie entlang dieser Route einen guten Blick in das Herz von Queens. Hier wollen hunderttausende Einwanderer ihr Leben neu beginnen, und überall auf den Straßen und in den Geschäften sieht man die Gesichter dieser frischgebackenen New Yorker. Egal, wo Sie aussteigen, immer werden Sie Wohngebiete finden, in denen ein bunter Mix aus Sprachen, Geräuschen und Ansichten der Neuankömmlinge herrscht, die aus Kolumbien, Indien oder China stammen, um nur einige der vielen Herkunftsländer zu nennen.

In East Elmhurst und Corona findet man so große hispanische Populationen, dass in diesen Gebieten Spanisch mittlerweile zur alles dominierenden Sprache avanciert ist. In Sunnyside haben türkische Einwanderer gerade erst eine Einkaufsmeile zu einer Moschee umgebaut. Von hier aus beten die Anhänger des Islams fünfmal am Tag zu den Gesängen des Muezzins. In Jackson Heights findet man vornehmlich Südasiaten aus Indien, Pakistan und Bangladesch. In Woodside wohnten früher viele Iren. Einige sind noch da, aber die meisten wurden von Koreanern und Philippinos ersetzt. In der Bowne Street in Flushing stehen Synagogen, afghanische Moscheen, eine presbyterianische koreanische Kirche und ein Sikh-Tempel – alle nur einen Steinwurf voneinander entfernt.

So verschieden wie die Herkunftsländer sind auch die Berufe und Lebenswege der Zugezogenen. Es sind Babysitter, Taxifahrer oder Bedienungen, aber auch Ärzte, Banker und High-Tech-Spezialisten, von denen viele aber in der Neuen Welt wieder ganz unten anfangen müssen. Doch sie alle eint dieselbe Motivation, die schon seit Jahrhunderten die Menschen dazu brachte, nach New York zu kommen: Sie alle erwarten hier ein besseres Leben.

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