New York 360

Wie fett sind die New Yorker?

Zwei Damen am Times Square – Foto Shutterstock

Der Anteil von fettleibigen Menschen unter den New Yorkern ist am Steigen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die die medizinische Fakultät der New York University zusammen mit dem Gesundheitsamt (New York City Health Department) letztes Jahr abschloss und veröffentlichte. Fettleibigkeit wurde mit einem Body-Mass-Index oder Körpermassenindex über 30 definiert.

Für das Papier wurde Zahlenmaterial aus einem Zeitraum von 10 Jahren (2004-2014) ausgewertet. Die Daten stammten aus ärztlichen Untersuchungen, Labortests und Befragungen von mehr als 1.500 erwachsenen New Yorkern, die so ausgewählt wurden, dass sie die Altersgruppen, Rassen, Geschlechter und wirtschaftliche Situationen der Bewohner in den 5 Boroughs (Bezirken) der Stadt gut repräsentieren.

“Der Bericht ist eine Momentaufnahme der Gesundheit der Stadt”, sagte die federführende Forscherin und Epidemiologin Lorna Thorpe bei der Vorstellung der Studie, die sich auch mit den Thematiken Diabetes, Schlaf und Depressionen beschäftigt.

Während keiner der fünf Boroughs wesentlich besser oder schlechter als die anderen abschnitten, gab es zwischen Rassen, Geschlechtern und Bildungsniveaus erhebliche Unterschiede bei der Fettleibigkeit. Während solch starkes Übergewicht bei den Frauen stabil blieb, wuchs es bei den Männern. Die Schwarzen hatten mit 37 Prozent die höchsten Prozentsatz an Fettleibigkeit, und die Asiaten erlebten das größte Wachstum – mit einem Anstieg von 20 auf 29 Prozent. Menschen, die nur High School, aber kein College besuchten, New Yorker ohne Krankenversicherung und Einwanderer, zeigten einen überdurchschnittlichen Anstieg der Adipositas-Raten, wie Fettleibigkeit unter Medizinern genannt wird.

Der Anstieg des starken Übergewichts fiel mit einem stadtweiten Anstieg außer Haus eigenommenen Mahlzeiten zusammen. In den 10 Jahren stieg die Anzahl von 2,7 auf 3,8 pro Woche. Es wird ein Zusammenhang vermutet- nicht verwunderlich, wenn man an die oft sehr großen Portionen hier denkt und weiß, dass ein Großteil der außer Haus eingenommenen Mahlzeiten oft aus Fast Food besteht.

Selbst viele Polizisten sind fett – Foto Shutterstock

“Ziel des Papiers war es, auch die Risikofaktoren für Fettleibigkeit zu finden”, so Pasquale Rummo, der die Studie leitete. Diese beinhalteten mangelnde körperliche Aktivität, zu der auch das digitale Zeitalter beiträgt, in dem Menschen immer mehr vor einem Bildschirm sitzen oder bewegungslos ihr Smartphone fixieren. Und natürlich die oft ungesunden Essgewohnheiten. Im amerikanischen Vergleich liegen die New Yorker bei den Adipositas Zahlen sogar noch relativ gut. In den gesamten USA sind 38% der Bevölkerung fettleibig.

Der hohe Prozentsatz von Diabetikern stieg im untersuchten Zeitraum nur vergleichsweise moderat von 13% auf 16%, wobei der höchste Anteil unter den Asiaten bei 24% und der niedrigste Satz unter den Weißen mit 7% lag.

Das Bild von der Stadt, die nie schläft, traf leider auf etwa 41 Prozent der Stadtbewohner teilweise zu, soviele New Yorker klagten über Schlafprobleme. Gut 8 Prozent der New Yorker berichteten von Depressionen. Bei Frauen und Latinos waren die höchsten Raten zu verzeichnen.

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