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Zusammenarbeit mit vorbestraften New Yorker Immobilienmagnaten – Bayerische Versorgungskammer muss jetzt Verluste von bis zu einer Milliarde USD einräumen

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Erol Inanc

Gründer von New York Aktuell

Michael Shvo – Foto Bloomberg

Zusammenarbeit mit vorbestraften New Yorker Immobilienmagnaten – Bayerische Versorgungskammer muss jetzt Verluste von bis zu einer Milliarde USD einräumen

Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) und ihre Versorgungswerke verwalten fast 120 Mrd. Euro und sind Teil der Altersvorsorge von über drei Millionen Menschen in Deutschland.

Teil der Investmentstrategie der BVK waren ab 2018 gemeinsame Käufe von amerikanischen Gewerbeimmobilien mit dem New Yorker Immobilienmagnaten Michael Shvo. Es handelte sich um Besitze in sehr repräsentativen, prestigeträchtigen Lagen. Darunter waren das Bürogebäude 685 5th Avenue in Manhattan, die Transamerica Pyramid in San Francisco und das Raleigh Hotel in Miami. Viele dieser Immobilien wurden zu sehr hohen Preisen erworben und die BVK sei hier laut Informationen der Münchner Abendzeitung, die zuerst über die Schieflage bei den US-Geschäften der BVK berichtete, schon 2020 auf Unstimmigkeiten bei den Bewertungen aufmerksam gemacht worden.

685 5th Avenue – Foto Shvo Properties

Shvo, der sich gerne im engen, die Muskel betonenden schwarzen T-Shirt zeigt, wurde 2016, bevor es zu einer Zusammenarbeit mit der BVK kam, von der Staatsanwaltschaft von Manhattan wegen Steuerhinterziehung bei Käufen von unter anderem Kunstwerken, Schmuck, Möbeln und einem Ferrari 458 Spider angeklagt. Zwei Jahre später bekannte er sich schuldig und erklärte sich bereit, 3,5 Mio. USD an Steuern und Strafen zu zahlen. Der Zuständige für die Deals bei der BVK war laut Bloomberg Business Week Rainer Komenda. Zwischengeschaltet zwischen Shvo und der BVK war die Deutsche Finance America (DFA) mit ihrem Chefs Jason Lucas und Sven Neubayer.

Shvo, Komenda, Lucas, Shvo und Neubauer trafen sich laut Bloomberg, die sich auf anonyme Quellen berufen, häufig in Luxushotels oder speisten in exklusiven Restaurants wie dem Casa Tua in Miami, der Polo Bar in Manhattan oder dem Koi in München. Das passt laut Kritikern nicht zur BVK Vorgabe, wonach Investitionen ‘unabhängig und ohne Einflussnahme Dritter‘ getätigt werden sollen, auch hatten die Bayern zuvor jegliche Verbindung zu Shvo bestritten.

Die Transamerica Pyramid in San Francisco – Foto Shutterstock

Mindestens einen Schuldigen konnte die BVK inzwischen orten. Rainer Komenda wurde gefeuert. Die BVK wirft ihm ‘Compliance-Verstöße’ und eine ‚unangemessene persönliche Nähe‘ zu Shvo vor. Komenda hat inzwischen Klage gegen seine Kündigung eingereicht. BVK CEO Axel Uttenreuther schob in einem Interview mit der Welt am Sonntag vor einigen Monaten die Verantwortung von sich. Die Wahl Shvos sei die Entscheidung der Deutsche Finance America (DFA) gewesen, nicht ihm.

Das Raleigh Hotel in Miami Foto – Shutterstock

Nachdem die BVK bereits Investitionen in Höhe von rund 163 Mio. Euro abgeschrieben hatte, gab sie im Januar bekannt, dass mit weiteren Verlusten von 690 Mio. Euro gerechnet werde. Das bedeutet, dass sich die Gesamtverluste wahrscheinlich auf mehr als 850 Mio. Euro, also über 1 Mrd. USD belaufen. Die Investments mit Shvo würden aber weniger als 1,4 % des investierten Kapitals ausmachen und der potenzielle Verlust lediglich etwa 0,6 % des Gesamtvermögens entsprechen. Es gebe keine Auswirkungen auf die Leistungen an die fast 3 Millionen Mitglieder und Begünstigten.

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