
Der deutsche Unternehmer Wanja Oberhof ist in New York festgenommen worden. Die zuständige Bundesanwaltschaft ‚United States of Attorney’s Office for the Southern District of New York‘ beschuldigt den 40-Jährigen, im Jahr 2024 einen Investor, um rund 2,5 Mio. USD betrogen zu haben. Inhaftiert ist er im berüchtigten Metropolitan Detention Center in Brooklyn, einem Bundesgefängnis, in dem auch der venezolanische Ex-Machthaber Nicolas Maduro sitzt. Die „Bild“ hatte zuerst über den Fall berichtet.
Bei dem Opfer soll es sich um den ehemaligen Siemens Chef Klaus Kleinfeld handeln, was ein Sprecher des Managers bestätigte. „Bei solchen Sachen hört für meinen Klienten der Spaß auf “.

Kleinfelds Anwälte sollen sich mit Vorwürfen gegen Oberhof bei den US-Behörden gemeldet haben, die aber bereits unabhängig davon gegen das ehemalige ‚Wunderkind‘, das auch in der deutschen TV-Show „Höhle der Löwen“ auftrat, ermittelten.
Laut den Untersuchungen der Abteilung für komplexe Betrugsfälle und Cyberkriminalität, die bei der Staatsanwaltschaft für den Fall zuständig ist, soll Oberhof das Geld als Investment für einen Wellness-Startup namens „The Healing Company“ erhalten haben. Stattdessen soll Oberhof es auf ein von ihm kontrolliertes Konto überwiesen und für private Ausgaben zweckentfremdet haben, darunter 25.000 USD Miete für ein Penthouse in Manhattan. Um den Betrug zu vertuschen, soll er Kleinfeld gefälschte Unterlagen vorgelegt haben.

Eine Richterin setzte die Kaution auf zwei Mio. USD Dollar fest. Um freizukommen, muss aber nur ein Teil der Summe hinterlegt werden, für den Rest kann Oberhof Bürgen benennen, die vom Gericht dann akzeptiert werden müssten. Sollte er aus dem Gefängnis entlassen werden, würden seine Aufenthaltsorte auf Manhattan, Brooklyn und Long Island beschränkt sein und er müsste seinen Reisepass abgeben.
Oberhof hat das Recht einen Prozess anzustrengen. Die meisten solcher Fälle enden jedoch mit einem Deal zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft, da die Chancen eines Freispruchs bei solchen mit großen Mengen digitaler Beweismittel verschwindend gering sind. Bei einer Verurteilung nach einem Verfahren würden ihm bis zu 20 Jahre Haft drohen, bei einem Deal wäre die Strafe wahrscheinlich nur ein Bruchteil.


