
2018 wurden die USA, Kanada und Mexiko von den Mitgliedsverbänden der FIFA zu den Austragungsländern der 2026 Fußball WM gewählt. Es ist die erste WM mit drei Gastgebernationen und 48 Mannschaften.
Das Turnier geht vom 11. Juni bis 19. Juli. Von den insgesamt 104 Begegnungen werden 13 in Mexiko und 13 in Kanada ausgetragen. In den USA gibt es 78 Spiele in 11 Städten, davon 8 Begegnungen in New York. Sie finden im METLIFE Stadium statt, wo sonst die New Yorker Football Teams Jets und Giants spielen. Es fasst 82.000 Besucher. (Während der WM muss das METLIFE Schild abgedeckt werden, weil die FIFA nur Werbung ihrer Sponsoren zulässt)

13. Juni: Brasilien gegen Marokko
16. Juni: Frankreich gegen Senegal
22. Juni: Norwegen gegen Senegal
25. Juni: Ecuador gegen Deutschland
27. Juni: Panama gegen England
30. Juni: Spiel Runde der besten 32 Teams
5. Juli: Ein Achtelfinale
19. Juli: Finale

Wie stellt sich New York auf die WM ein, was sind die Erwartungen hier und was erwartet WM-Besucher in New York?

Die USA sind keine traditionelle Fußballnation. Soccer rangiert in der Beliebtheit hinter Football, Basketball und Baseball. Die WM als das größte Sportspektakel der Welt ist aber auch hier alle vier Jahre ein riesiges Thema und jetzt, wo das Land Gastgeber ist, umso mehr.
In der Finalstadt New York sind sich Politik und Wirtschaft darüber im Klaren, was für ein Mega-Event man an der Hand hat und die Berichterstattung hat sich in den letzten Wochen intensiviert. Unter die Vorfreude mischen sich aber auch Kontroversen und Zweifel, ob es so großartig wie erhofft werden wird.
Wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt
Laut einer Prognose der FIFA, in deren Interesse es natürlich ist, sich als Segen für die Gastgeberländer darzustellen, und die sicher kreativ wurde um Zahlen so groß wie irgend möglich erscheinen zu lassen, würde das Turnier für die Region ,wirtschaftliche Aktivität’ in der Größenordnung von 3 Mrd. USD generieren. Das basiert auf der Annahme, dass 1,2 Millionen Besucher für die WM in die Region kommen würden.
Der New Yorker Rechnungsprüfer schätzt hingegen, dass für seine Stadt direkte Kosten, wie etwa teure Polizeieinsätze, darunter das erste Mal Drohnenabwehr, die Mehreinnahmen übertreffen werden, selbst wenn es so laufen würde, wie die FIFA Glauben machen will.

Seit Vergabe des Turniers hat sich das Image der USA weltweit generell verschlechtert und auch Wochen vorher weiß niemand, wieviel Leute sich wirklich auf die für viele weite und teure Reise machen werden. Der beste Indikator sind vielleicht Ticket- und Hotelpreise. Die sind nicht so astronomisch, wie von vielen erwartet. Mit Stand Donnerstagabend gibt es beispielsweise noch Tickets für Deutschland-Ecuador für 1.500 USD, viel Geld, aber auch ein ähnlicher Betrag, den viele Fans bei der letzten Taylor Swift Tour zahlen mussten.
Bei den Hotelpreisen habe ich drei Zeiträume rausgegriffen und auf Expedia gecheckt. Für die Tage um das Finale herum gibt es Mittelklassehotels in Manhattan ab 400 USD/Nacht, vom 23. Juni – 26. Juni (Mitte des Turniers) ab 300 USD und zum Vergleich Mitte Mai (kein Turnier) ab 200 USD. Alles keine mehrfache Steigerung, die von einigen vorausgesagt wurde. Das passt auch zu einem aktuellen Bericht des Branchenverbands American Hotel and Lodging Association, dem zufolge zwei Drittel der befragten Hoteliers in New York während der Weltmeisterschaft eine geringere Anzahl an Reservierungen als erwartet verzeichnen.
Was wird für die Fans gemacht?
Die Stadt New York wird in jedem der fünf Stadtbezirke (Boroughs) Public-Viewing-Veranstaltungen ausrichten. Diese groß angelegten Fan-Feste bieten Live-Übertragungen der Spiele, lokale Gastronomie und ein kulturelles Rahmenprogramm.
In der Bronx können Fans am 13. und 14. Juni den Bronx Terminal Market besuchen.
In Queens findet im Billie Jean King National Tennis Center eine längere Veranstaltungsreihe statt, die vom 11. bis zum 27. Juni dauert.
In Manhattan ist das Rockefeller Center vom 6. bis zum 19. Juli – dem Tag des Endspiels – Schauplatz der Public-Viewing-Events.
In Brooklyn können Zuschauer die Spiele vom 13. Juni bis zum 19. Juli im Brooklyn Bridge Park verfolgen.
Und auf Staten Island haben Fans vom 29. Juni bis zum 2. Juli im Staten Island University Hospital Community Park die Gelegenheit, Spiele zu sehen.

Ursprünglich sollten die Fan-Feste Eintritt kosten; der neue Bürgermeister, der ,demokratische Sozialist‘ Zohran Mamdani, entschied jedoch, dass die Stadt die Auslagen übernehmen würde. „Wir wollen alles in unserer Macht stehende tun, um es den normalen Fans zu ermöglichen, Teil der WM zu sein und unvergessliche Momente zu erleben“, erklärte Mamdani.

Bars und Restaurants haben die Möglichkeit, spezielle Tagesgenehmigungen für Außenbereich-Events und Fan-Aktionen zu bekommen und ihre Öffnungszeiten zu verlängern. Mamdani hat angekündigt, dass die Stadt zusätzlich zu den Fan-Festen einiges an Straßensperrungen für WM-Veranstaltungen vornehmen wird. Mehr Info dazu soll es in den nächsten Wochen geben.

Der DFB wird während der WM die Event Location ,Chelsea Industrial’ in Manhattan in der Nähe des High Line Parks anmieten. In dem ,German House of Soccer‘ (GHOS) genannten Pop-Up wird es drei Bereiche geben. In der Match Day Area finden Public Viewing der Spiele, Diskussionsrunden und Quiz-Veranstaltungen statt. Zu Essen gibt es typisch deutsche Gerichte wie Currywurst und Schnitzel. In der Soccer Gallery Area bekommen Besucher Einblicke in die deutsche Fußballszene, inklusive Fankultur. Für die Champions Lounge – einem VIP-Bereich – sind Netzwerk-Treffen geplant.


