New York 360

Die 2010er Jahre – so stark veränderte sich New York in dieser Dekade

Der High Line Park im Chelsea Viertel von Manhattan wurde in den 2010er Jahren fertig gestellt – Foto – The HighLineOrg

Die 2010er Jahre brachten viel Veränderung in New York. Hier fünf Thematiken, die das Leben der Menschen besonders berührten.

Radikale Veränderung der Skyline

One World Trade Center wurde 2015 fertig gestellt – Foto PA NY/NJ

Die New Yorker Skyline hat sich in den 2010er Jahren radikal verändert. Sieben der Zehn höchsten Gebäude der Stadt wurden in dieser Dekade fertiggestellt. Vier der Zehn höchsten Gebäude sind heute ultrahohe Wohntürme auf der 57th Street sein, die deshalb in den Medien den Namen Billionaire’s Row (Milliardärsweg) bekam.

 

Radikale Veränderung der Skyline – das werden 2022 die 20 höchsten Gebäude New Yorks sein

 

Neue, innovative Parks

Brooklyn Bridge Park – Foto City Parks Alliance

2009 begann die Umwandlung der High Line – einer baufälligen, lang stillgelegten Hochtrasse für Güterzüge – zu einem Park des gleichen Namens, der 2014 fertig gestellt wurde (Siehe Foto ganz oben auf der Seite). Seine umgehende Popularität bewies, dass ein Park keine weitläufigen Rasenflächen, viele Bäume oder kleine Seen braucht, um von New Yorkern und Besuchern angenommen zu werden. Die Neuverwendung alter Industriestrukturen zu Erholungsflächen konnte man auch bei der Umwandlung der alten Domino Sugar Factory in Brooklyn oder an der Umfunktionierung alter Piers im Brooklyn Bridge Park erleben.

Pier 55 – Stillgelegtes Pier wird zu futuristischem Park

 

Bezahlbarer Wohnraum wurde noch knapper

Good Will Terrace – Ein ‘Affordable Housing’ Apartmentkomplex in Queens – Foto Jonathan Rose

Es ist für New Yorker noch schwieriger geworden, eine Wohnung zu finden, die sie sich leisten können. Obwohl New York seit der Wahl des politisch links angesiedelten Bürgermeister Bill de Blasio eine noch nie dagewesene Anzahl von sogenannten bezahlbaren Wohnungen für einkommensschwächere Menschen baute, sind die Mieten oft immer noch so hoch, dass viele New Yorker aus der vorgesehenen Zielgruppe sie sich trotzdem nicht leisten können. Die Stadt hat aufgrund neuer Gesetze auch Tausende mietpreisgebundener Wohnungen verloren.

Immer horrend hoch? Wie ist das wirklich mit den Mieten in New York?

 

Auswirkungen des Klimawandels machten sich bemerkbar

Zerstörung durch Hurricane Sandy in den Rockaways in Queens – Foto Leroz Walters

Als Hurrikan Sandy am 29. Oktober 2012 auf New York traf, forderte er 43 Menschenleben, überschwemmte ganze Viertel, beschädigte oder zerstörte hunderttausende Häuser, und brachte sogar die U-Bahn zum Erliegen. Mit dem Klimawandel könnten sich solche Katastrophen vermehren.

Sollte der Meeresspiegel weiter steigen, könnten bis zum Jahr 2100 ganze Stadtteile, wie der Financial District oder die Lower East Side, verschwunden sein.

Nach Sandy haben zwei aufeinanderfolgende Bürgermeister Konzepte vorgelegt, um New York vor der drohenden Klimakatastrophe zu schützen: Das Team von Bürgermeister Michael Bloomberg arbeitete die PlaNYC-Initiative aus, die 250 Empfehlungen enthielt, den CO2 Footprint der Stadt zu verkleinern, und New York vor den Auswirkungen des Klimawandels bestmöglich zu schützen.

Sein Nachfolger, Bill de Blasio, stellte weitere klimaorientierte Maßnahmen vor, darunter den Climate Mobilization Act, ein Bündel von Maßnahmen, das darauf abzielt, die Treibhausgasemissionen der Stadt bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren. Es wird auch angedacht Küstenteile Manhattans durch Landaufschüttung zu erweitern, was dann als eine Art Puffer dienen könnte. Ob die nötigen 10 Milliarden Dollar dazu aufgebracht werden können, ist derzeit fraglich.

Global Warming – New York drohen in den nächsten Jahrzehnten gewaltige Sturmfluten

Der Nahverkehr, besonders die U-Bahn, sah Verschlechterungen, aber auch einige Verbesserungen

Fast hundert Jahre nachdem sie das erste Mal im Gespräch war – ein Teil der Second Avenue Subway wurde fertig gestellt – Foto MTA

Fast ein Jahrhundert, nachdem sie erstmals angedacht wurde, wurde am 1. Januar 2017 der erste Abschnitt der Second Avenue Subway fertig gestellt und die U-Bahn Linie 7 wurde zu den Hudson Yards verlängert. Um Verkehrsverstopfung zu lindern und öffentliche Nahverkehr mit zu finanzieren, wurde beschlossen, ab 2021 eine ‚Congestion Pricing‘ Abgabe einzuführen, die für Autofahrten im zentralen Manhattan fällig wird.

Die negativen Entwicklungen beim Nahverkehr überwogen jedoch in der Meinung vieler New Yorker. Nach Jahren mit relativ wenig Investment und mangelnder Instandhaltung, beim U-Bahn System, stieg die Anzahl von Verspätungen und Störfällen in den 2010er Jahren.

Besonders schlimm war es im sogenannten “Sommer der Hölle” 2017, in dem es auch zu einer Zugentgleisung mit 34 Verletzten kam. Gouverneur Andrew Cuomo rief damals Ausnahmezustand für die U-Bahn aus. Die Situation hat sich seitdem wieder etwas verbessert, aber es kann noch Jahrzehnte dauern, bis das U-Bahn System auf einen modernen Stand gebracht ist – vorausgesetzt die Gelder finden sich.

Die New Yorker U-Bahn Teil 2 – Große Probleme und Herausforderungen für die Zukunft

 

Ein Umdenken der Straßennutzung setzte ein

Teile des Times Square wurden zu einer Fußgängerzone umgewandelt – Times Square alliance

Der Umbau von Teilen des Times Square, einer der verkehrsreichsten Plätze in New York, zu einer Fußgängerzone mit Tischen und Stühlen zu Anfang des Jahrzehnts war sehr kontrovers, aber wurde ein großer Erfolg. Auch andere Plätze, wie der Herald Square und Madison Square wurden entsprechen umgewandelt.

Auch Fahrräder wurden in den 2010er Jahren immer beleibter, insbesondere nach der Einführung von tausenden City Bike Leihfahrrädern 2013, die sich trotz viel anfänglicher Skepsis als Transportalternative etablierten.

Die Zahl der Radwege ist in den letzten zehn Jahren trotz viel anfänglichen Widerstands stark gestiegen – mittlerweile gibt es über 1.600 km Radwege in der Stadt.

Die Stadt startete das Testprojekt ‘14 Street Busway‘. Die 14th Street, eine der am meistbefahrensten Durchgangsstraßen, dürfen zwischen 6 und 22 Uhr nur Busse und gewerbliche Fahrzeuge zulassen. Privatverkehr ist bis auf einige Ausnahmen in dieser Zeit nicht erlaubt. Sollte der Test erfolgreich sein, soll er ausgeweitet werden.

Bürgermeister Bill De Blasio unterzeichnet Gesetz zum Bau von 600 km langen Fahrrad- und Busspuren

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