New York 360

Steigender Meeresspiegel durch Global Warming – New York drohen in den nächsten Jahrzehnten gewaltige Probleme

von Erol Inanc
Gründer New York Aktuell
02-12-2020

Die South Ferry U-Bahnstation in Lower Manhattan nach Hurricane Sandy – Foto Metropolitan Transit Authority – MTA

Hurricane Sandy, der im Oktober 2012 auf New York traf, hat auf drastische Weise gezeigt, wie sehr Fluten die größte Stadt der USA gefährden. Sandy überschwemmte 17% des Stadtgebiets und forderte 44 Menschenleben.

Besonders betroffen von Sandy war Lower Manhattan, der südliche Teil der Insel, der nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegt. Lower Manhattan, der zuerst besiedelte Teil der Stadt, ist in vieler Hinsicht das historische Herz New Yorks mit vielen der weltbekannten Wahrzeichen. Auch wirtschaftlich ist der Stadtteil enorm wichtig, unter anderem befinden sich hier der Financial District mit der Wall Street. In Lower Manhattan verursachte der Hurrikan Schäden an hunderten von Gebäuden und überschwemmte ganze U-Bahnstationen, deren Wiederinbetriebnahme gewaltige Geldsummen kostete und monatelang dauerte.

Wenn sich die Global Warming Trends bis 2050 wie jetzt fortsetzen (viele Experten glauben, dass sie in dieser Zeit gar nicht mehr umkehrbar sind) könnten in 30 Jahren 37 Prozent von Lower Manhattan extrem flutgefährdet sein, glauben viele Wissenschaftler.

Dieses Jahr hat die an die Stadt angelehnte Wirtschaftsförderungsorganisation ‘New York City Economic Development Corporation‘ den Lower Manhattan Coastal Resiliency Plan veröffentlicht. Er stellt Maßnahmen vor, die helfen sollen, Lower Manhattan besser zu schützen. Dazu gehören die Installation beweglicher Wasserschutzwände, die bei Bedarf hochgefahren werden könnten und sogar eine künstlichere Landerweiterung von etwa 50 Meter in den East River hinein wird angedacht. Dieses neue, höhere Land soll dann als Schutzwall gegen Fluten dienen.

Ob und welche der Maßnahmen umgesetzt werden können, ist unklar, denn es könnte schon an der Finanzierung scheitern. Bürgermeister Bill De Blasio fordert, dass der Bund einspringt. “Das ist Infrastruktur, die genauso dringend gebraucht wird, wie Straßen, Schienen und Brücken. Sie schützt unsere Bürger und ist deshalb so wichtig wie Millitäranlagen. Die Vorbereitung auf Folgen des Klimawandels muss eine nationale Priorität werden, und der Bund muss Milliardeninvestitionen machen. Es geht um Menschenleben.”

Experten befürchten sogar, dass die Stadt in 100 Jahren komplett unter Wasser stehen könnte. Dazu in der Zukunft ein Artikel auf NY Aktuell.

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