New York 360

Steigender Meeresspiegel bringt für Manhattan Gefahr verheerender Fluten

von Erol Inanc
Gründer New York Aktuell
15-08-2021

Das Cover des Romans New York 2140

Deutschland und andere Teile Mitteleuropas wurden letzten Monat von Fluten heimgesucht. Viele Experten glauben, dass es diese Art von Naturkatastrophe mit möglicherweise noch verheerenderen Folgen auch in New York geben wird – wegen des Klimawandels mit von Jahr zu Jahr steigender Wahrscheinlichkeit.

Hurricane Sandy, der im Oktober 2012 auf New York traf, hat auf drastische Weise gezeigt, wie sehr Fluten die größte Stadt der USA gefährden. Sandy überschwemmte 17% des Stadtgebiets und forderte 44 Menschenleben.

Ein Haus in Rockaway Beach in Queens nach Hurricane Sandy – Foto Nate Kensinger

Besonders betroffen von Sandy war Lower Manhattan, der südliche Teil der Insel, der nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegt. Hier verursachte der Hurrikan unter anderem Schäden an Hunderten von Gebäuden und überschwemmte ganze U-Bahnstationen, deren Wiederinbetriebnahme gewaltige Geldsummen kostete und monatelang dauerte.

Lower Manhattan war der zuerst besiedelte Teil New Yorks und ist in vieler Hinsicht das historische Herz der Stadt mit vielen der weltbekannten Wahrzeichen. Auch wirtschaftlich ist dieser Teil enorm wichtig, unter anderem befinden sich hier der Financial District mit der Wall Street.

Wenn sich die Global Warming Trends bis 2050 fortsetzen (viele Forscher glauben, dass sie in dieser Zeit gar nicht mehr umkehrbar sind) könnten in 30 Jahren 37 Prozent von Lower Manhattan extrem flutgefährdet sein, glauben viele Wissenschaftler. Experten befürchten, dass die Stadt in 100 Jahren komplett unter Wasser stehen könnte.

Sturm Elsa am 8. August 2021

Vor einiger Zeit hat die an die Stadt angelehnte Wirtschaftsförderungsorganisation ‘New York City Economic Development Corporation‘ den Lower Manhattan Coastal Resiliency Plan veröffentlicht. Er stellt Maßnahmen vor, die helfen könnten, Lower Manhattan besser zu schützen. Dazu gehören die Installation beweglicher Wasserschutzwände, die bei Bedarf hochgefahren werden könnten und sogar eine künstlichere Landerweiterung von etwa 50 Meter in den East River hinein ergeben könnten. Dieses neue, höhere Land soll als Schutzwall gegen Fluten dienen.

Ob und welche der Maßnahmen umgesetzt werden können, ist unklar, denn es könnte schon an der Finanzierung scheitern. Bürgermeister Bill De Blasio fordert, dass der Bund einspringt. “Das ist Infrastruktur, die genauso dringend gebraucht wird, wie Straßen, Schienen und Brücken. Sie schützt unsere Bürger und ist deshalb so wichtig wie Militäranlagen. Die Vorbereitung auf Folgen des Klimawandels muss eine nationale Priorität werden, und der Bund muss Milliardeninvestitionen machen. Es geht um Menschenleben.”

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