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Jährlich kommen 7 Millionen Besucher – Die faszinierende Geschichte des High Line Parks von 1847 bis heute

Bild von Erol Inanc

Erol Inanc

Gründer von New York Aktuell

Foto – Wikipedia

Der Südwesten Manhattans war lange das industrielle Herz New Yorks, auch schon 1847, als eine Bahn eröffnet wurde, die gewaltige Mengen an Gütern zum großen Teil Lebensmittelprodukte, Fleisch, Molkereierzeugnisse, Früchte und Gemüse, aber auch Industriewaren zwischen den Piers am Hudson River und dem Viertel transportierte.

Die Strecke schuf jedoch gefährliche Bedingungen für Fußgänger. Bis 1910 waren mehr als 540 Menschen durch Züge ums Leben gekommen, und die 10th Avenue, an der die Gleise entlangführten, wurde als ,Death Avenue’ bekannt.

Die High Line liefert Produkte in die National Biscuit Company (Nabisco), wo sich heute der Chelsea Market befindet.

Um Abhilfe zu schaffen, wurden Pläne für eine über der Straße verlaufenden Trasse erstellt. 1934 ging die ‚West Side Elevated Line’, später ‚High Line‘ genannt, in Betrieb. Die Gleise führten direkt durch mehrere große Fabriken und Lagerhäuser, darunter Kekshersteller National Biscuit Company (Nabisco), wo sich heute der beliebte Chelsea Market befindet.

Stück der High Line über dem Meatpacking District in den 1990er Jahren, lange bevor sie ein Park wurde – Foto Joel Sternfield

In den 1960er-Jahren begann der Zugverkehr aufgrund der zunehmenden Lkw-Nutzung zurückzugehen. Der südlichste Abschnitt der High Line – zwischen der Spring Street und der Bank Street wurde zu dieser Zeit abgerissen. Der Niedergang setzte sich in den 1970er-Jahren fort, bis der gesamte Betrieb 1980 eingestellt wurde. 1991 wurden weitere fünf Blocks zwischen der Bank Street und der Gansevoort Street zerstört um ein Lagerhaus in ein Wohngebäude umzuwandeln.

Im Jahr 1999 rief der damalige Eigentümer der High Line das Bahnunternehmen CSX Transportation dazu auf, Vorschläge für eine Nachnutzung der stillgelegten Trasse einzureichen und es kamen Ideen, sie zu einen Park zu machen.

Im Jahr 2004 wurde – maßgeblich unterstützt durch den damaligen Bürgermeister Bloomberg – die Umgestaltung der High Line genehmigt; die Strecke hatte sich in der Zeit, in der sie nicht genutzt wurde, in einen wild wuchernden, blühenden Garten verwandelt. Diese natürlich entstandene Landschaft wurde auch das botanische Konzept des neuen Parks.

Die Arbeiten begannen 2006; der erste und südlichste Abschnitt (auf der Karte oben beim Whitney Museum verzeichnet) wurde 2009 eröffnet. Der letzte Teil (auf der Karte oben bei Hudson Yards) wurde 2023 fertiggestellt, er enthält einige der originalen Gleise.

Foto – Roderick Laight

Die High Line präsentiert sich heute als ein zusammenhängender, rund 2,3 Kilometer langer Park, der mehr als 500 verschiedene Pflanzen- und Baumarten beheimatet. Mehr als 7 Millionen Menschen besuchen ihn jedes Jahr.

Wohngebäude 520 West 28th Street, entworfen von Zaha Hadid – Foto Bill Clouse

Alle Viertel, durch die die High Line läuft – der Meatpacking District, Chelsea und die Hudson Yards – sind heute teure Szene-Viertel und gehören zu den begehrtesten Lagen in New York, bekannt für viel moderne Architektur.

Das Whitney Museum am südlichen Ende der High Line – Foto Timothy Schenk

Ein wichtiger Teil des Konzepts ist wechselnde öffentliche Kunst. So wurde im Herbst 2024 riesige Taube namens ‚Dinosaur‘ installiert (Vögel sind ja die einzigen noch lebenden Nachkommen der Dinosaurier und das Werk sollte an Artensterben erinnern).

Photo by Timothy Schenck. Courtesy of the High Line.

Am 24. April 2026 wurde ‚Dinosaur‘ durch einen 8.2 Meter hohen, in Vietnam gefertigten Bamiyan-Buddha ersetzt. Die Skulptur von Tuan Andrew Nguyen, betitelt mit „Das Licht, das durch das Universum scheint“, ist eine Hommage an zwei Statuen aus dem 6. Jahrhundert, die 2001 von den Taliban in Zentralafghanistan zerstört wurden.

Photo by Timothy Schenck. Courtesy of the High Line.

Die ursprünglichen Statuen hatten ihre Hände bereits Jahrhunderte zuvor verloren. In dieser neu gestalteten Version wurden sie aus Messing von eingeschmolzenen Artilleriegranaten nachgegossen und befinden sich, gehalten von schlanken Stahlstangen, etwas abgesetzt von den Armen des Buddha.

Die Statue wird 18 Monate lang zu sehen sein.

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