
Nach langen Verhandlungen ist im katholischen Erzbistum New York offenbar eine Einigung in Sachen Missbrauchsentschädigung in greifbare Nähe gerückt. Wie US-Medien jüngst berichteten, bot die Erzdiözese rund 1’300 Betroffenen einen Vergleich in Höhe von insgesamt 800 Mio. USD zur Beilegung zivilrechtlicher Klagen an.
Kläger-Anwalt Jeff Anderson forderte seine Mandanten auf, das Angebot anzunehmen. Er sprach von einem «Triumph des Mutes» – auch wenn das Ergebnis mit Blick auf die Kirche immer noch «weit entfernt von vollständiger Rechenschaftspflicht» sei.
Der Vergleich sieht den Angaben zufolge überdies vor, dass die Erzdiözese eine Namensliste glaubhaft des Missbrauchs beschuldigter Geistlicher im Internet veröffentlichen und ständig aktualisieren muss.
Der seit Februar amtierende neue New Yorker Erzbischof Ronald Hicks bestätigte zwar keine Details, äusserte sich in einer Erklärung aber «vorsichtig optimistisch», dass bald eine umfassende Einigung erzielt werden kann.
Immobilienverkäufe in Manhattan
Bereits vor einigen Monaten war bekannt geworden, dass die Kirche mehrere wertvolle Immobilien in Manhattan verkaufen musste, um das für einen Vergleich benötigte Geld aufzubringen. Zudem kürzte das Erzbistum sein laufendes Budget und baute Personal ab.
Der sexuelle Missbrauch habe «Schande über unsere Kirche gebracht», erklärte dazu der damalige New Yorker Kardinal Timothy Dolan in einem Schreiben. Darin bat er «um Vergebung für das Versagen derjenigen, die das Vertrauen in sie verraten haben, indem sie nicht für die Sicherheit unserer Jugend gesorgt haben».

