New York 360

Alltagsprobleme – das geht den New Yorkern am meisten auf die Nerven

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311 ist die zentrale Anlaufstelle der Stadt New York, wenn Bürger sich über irgendetwas beschweren möchten. 311 fing als Telefonhotline an, aber natürlich kann man seine Klagen mittlerweile auch online vorbringen. Buchstäblich Millionen Anrufe und Mails gehen hier jährlich ein. Die Boulevardzeitung ‘New York Post‘ hat die Daten der letzten 8 Jahre ausgewertet, um zu sehen, über was die New Yorker so meckern. Die Beschwerden sind so vielseitig wie die Stadt selbst. Hier sind 18 Highlights und von welchen Stadtvierteln die meisten der einzelnen Klagen kamen (Karte oben zur Orientierung). Sie werden Klassiker wie Falschparken oder mangelnde Schneeräumung genau so finden, wie Beschwerden wegen zu lauten Gotteshäusern oder dem illegalem Verkauf von Minischildkröten.

Zu laute Fernseher

29.446 Beschwerden gingen bei 311 wegen zu lautem TV beim Nachbarn ein. Am meisten Klagen kamen aus den Flatbush und Prospect Park Vierteln in Brooklyn. Von einem einzigen Apartmentgebäude in Manhattan, dem 41-stöckigem 21 East 21st Street (Topadresse) kamen 595 Beschwerden.

Illegales Vermieten

In Midtown, dem zentralsten Teil Manhattans, sind die meisten Hotels der Stadt. Dass in einer solchen Gegend auch viel illegal vermietet wird, ist keine Überraschung. Es kamen auch 1387 Beschwerden von dort wegen illegaler Vermietung. Es ist normalerweise illegal, unter 30 Tagen zu vermieten- deshalb auch die AirBnB-Kontroverse in der Stadt. (Siehe NY Aktuell Artikel zum Thema AirBnB)

Obdachlose Bettler

Hierzu kamen alleine 243 Anrufe und Mails von Manhattans Midtown East. Am meisten Beschwerden kamen hier von der 5. Avenue zwischen 40. und 49. Straße, wo sich sehr viel Einzelhändler befinden, und man kann annehmen dass ein Großteil der Anrufe und Mails von Ladenbetreibern dort kamen. Von einem einzigen Bürogebäude in Midtown East, 425 Madison Avenue, kamen 46 Beschwerden. Der Gebäudemanager, Edwin Garcia, sagte der New York Post, dass er Bettlern schon selbst Geld gegeben hat, um vom Eingang des 19-stöckigen Gebäudes zu verschwinden.

Zu laute Hunde

Es gingen 57,754 wegen zu laut oder zu lange bellender Hunde ein. Überdurchschnittlich viele kamen aus relativ ländlichen Vierteln auf Staten Island, wo in Häusern mit Garten gelebt wird.

Hubschrauberlärm

Besucher des Brooklyn Bridge Parks beschweren sich seit Jahren darüber, dass der Genuss der Ruhe-Oase durch Hubschrauberlärm gestört wird. Aus der Gegend, in dem der Park liegt, kamen in den 8 Jahren auch 737 Klagen.

‘Wilde’, laute Partys

Ein einziges Gebäude 620 West 141 Street, im Hamilton Heights Viertel in Harlem, zog 503 Beschwerden auf sich. Hamilton Heights ist mit 22,146 Kontakten bei 311 auch als Viertel Spitzenreiter in dieser Kategorie.

Verkaufen kleiner Schildkröten

Es ist verboten, Schildkröten unter einer Größe von 10cm zu verkaufen, weil diese Salmonellenträger sein können. Der Spitzenreiter bei den Beschwerden war ein Laden in Chinatown in Manhattan, über den sich 13 Bürger beschwerten. Über einen Straßenverkäufer in Chinatown in Queens beklagten sich sieben New Yorker. Wenn man sieht, wie die kleinen Tiere verkauft werden, kann man sich vorstellen, dass die Leute 311 eher kontaktiert haben, weil ihnen die Tierchen leid taten, nicht wegen Sorgen um Salmonellen.

Unerlaubtes Skateboarden und Rollerbladen

Aus Midtown West in Manhattan, wo auch der Columbus Circle und ein Teil des Central Parks liegen, gab es 163 Kontakte an 311 wegen Skateboardern und Rollerbladern, die dort fuhren, wo es nicht erlaubt war- wahrscheinlich zum Großteil Fußgängerwege.

Öffentliches Urinieren

Öffentliches Urinieren ist in New York kein Kavaliersdelikt und man sieht es normalerweise nur selten, wenn man durch die Straßen der Stadt läuft. Trotzdem gibt es wohl Ecken, wo es ein Problem ist. Aus Harlem gab es in den 8 Jahren derartige 104 Beschwerden.

Störende Bienenzucht

Hier kamen mit 84 Klagen die meisten Klagen aus relativ ländlichen Teilen von Staten Island, wo Imkerei ein populäres Hobby ist.

Schlaglöcher

Sich auf Staten Island mit dem Auto fortzubewegen, ist wie auf dem Mond zu fahren, möchte man glauben, wenn man hört, wie viele Beschwerden wegen Schlaglöchern eingingen. 35,970 Beschwerden kamen von dort, alleine 471 betrafen die Richmond Avenue, eine Hauptstraße dort.

Zu laute Gotteshäuser

In Cypress Hill, Brooklyn, gibt es eine Moschee, Masjid-Al-Aman, wo der Imam den Lautsprecher beim fünfmaligen täglichen Gebet so laut einstellt, dass es 20 Blocks weit zu hören ist. Hierüber beschwerten sich 403 New Yorker. Über einen Hindutempel in Queens beklagten sich 287 New Yorker.

Falschparken

Aus Queens kamen die meisten Beschwerden wegen Falschparken . Die Ridgewood und Glendale Viertel dort verzeichneten 17,472 Klagen bei 311, gefolgt von Bay Ridge in Brooklyn (PLZ Bereich 11209) mit 13,543. New York weit gab es 188,976 Beschwerden bei 311 wegen Autos, die Parkverbote ignorierten und 158,252 mal wurde 311 kontaktiert, weil Autos Hydranten blockierten. Hierfür wird man normalerweise sofort abgeschleppt.

Fehlende Schneeräumung

Bei der Schneeräumung macht Staten Island seinen Ruf als der ‘vergessene Bezirk‘ alle Ehre. Aus den PLZ Bereichen dort kamen mit 3455 die meisten derartigen Beschwerden.

Graffiti

Bei Beschwerden wegen Graffiti war Manhattans Lower East Side der Spitzenreiter. 5,542 diesbezügliche Klagen gingen von dort bei 311 ein.

Baulärm früh morgens oder spät nachts

Im Big Apple gibt es momentan einen Bauboom, der natürlich mit entsprechendem Lärm verbunden ist. Am meisten Beschwerden über ruhestörenden Baulärm, 6.532 an der Zahl, kamen aus Midtown West, wo auch das gigantische Hudson Yards Projekt im Bau ist. (siehe NY Aktuell Artikel zu Hudson Yards)

Besoffene Stadtstreicher

Besoffene Penner sind anscheinend am meisten in Manhattans East Village anzutreffen. Von dort kamen 2.091 Beschwerden zum Thema. Dem Reporter der New York Post wurde von einem der Penner im East Village auch ein Schlag gegen den Kopf verpasst, als er für diesen Artikel recherchierte.

Beschädigte und sterbende Bäume

Am meisten Bäume in New York gibt es im Bezirk Queens. Von dort, genauer gesagt dem Ridgewood Viertel, kamen auch die meisten Beschwerden wegen beschädigter und sterbender Bäume – 737 an der Zahl. Besonders viele Klagen konzentrierten sich auf die Putnam Avenue dort.

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