
Die Sonne geht nicht genau im Osten auf und nicht genau im Westen unter. Die Auf- und Untergangspunkte der Sonne wandern vielmehr langsam am Horizont entlang, während die Erde ihren Weg um den Stern zurücklegt. Zweimal jährlich stimmen diese Punkte fast genau mit den ,Streets’ im schachbrettartigen Straßenraster von Manhattan überein, die in Ost-West Richtung verlaufen (im Gegensatz zu den Avenues, die in Nord-Süd Richtung angelegt sind).

Das Licht der Sonne liegt dann in einer nahezu perfekten Linie mit den ‘Streets‘. Die Sonne erscheint fast als einzige Scheibe zwischen den Streets, an manchen Stellen perfekt eingerahmt von den Häuserschluchten.
Getauft wurde dieses Phänomen nun vor einigen Jahren ‘Manhattanhenge’ in Anlehnung an das englische Stonehenge, wo die Ausrichtung der Steine so erfolgte, dass am Morgen des Mittsommertags, wenn die Sonne im Jahresverlauf am nördlichsten steht, sie direkt über dem Fersenstein aufging und die Strahlen der Sonne in gerader Linie ins Innere des Bauwerks zwischen die Hufeisenanordnung eindrangen.

Das Phänomen ist in Manhattan zwei Mal im Jahr an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu sehen. Der erste Tag ist etwas imposanter, an ihm erscheint die ganze Sonne zwischen den Straßen, am zweiten Tag ist es nur ihre obere Hälfte.
Der erste 2026 Manhattanhenge (28. und 29. Mai) ist vorbei, aber einen gibt es noch. New Yorker und Touristen können das Schauspiel, dass sich Natur und Zivilisation geben, am 11. Juli um 20:20 Uhr und am 12. Juli um 20:21 Uhr erleben.
Sollten Sie sich in der Stadt befinden, wenn sich das Naturschauspiel zuträgt: Die besten Straßen, um Manhattanhenge zu sehen, sind die großen Durchgangsstraßen. Sie sind breit, bieten interessante Gebäude und das New-York-Feeling kommt hier besonders gut rüber. Für Fotos sind die 14th, 23th, 34th, 42nd und 57th Streets zu empfehlen.
Wenn Sie mehr über die astronomischen Hintergründe von Manhattanhenge erfahren wollen, schauen Sie auf der Seite des ‚American Museum of Natural History‘.



