
Die New Yorker Bevölkerung setzt sich aus den allerverschiedensten sozialen und ethnischen Gruppen zusammen. Die Stadt hat den Ruf eines Schmelztiegels, tatsächlich jedoch leben die Menschen hier oft eher neben- als miteinander und haben viel weniger Berührungspunkte, als es das gemischte Straßenbild vermuten lässt.
Abgesehen von Katastrophen wie die Anschläge vom 11. September 2001 oder Krisen wie die Pandemie gibt es außer Themen wie Wetter oder Verkehr nicht viel, das Menschen aus ganz verschiedenen Bevölkerungsgruppen interessiert. Einer der wenigen Lebensbereiche, der ein „Wir New Yorker“-Gefühl vermittelt, ist der Sport. Die New Yorker Fans haben den Ruf zu den leidenschaftlichsten und sachkundigsten in ganz Amerika zu gehören.

Die drei großen Volkssportarten in Amerika sind Baseball, Football und Basketball. Im Raum New York gibt es je zwei Teams: Im Baseball sind es die traditionell erfolgreichen Yankees und die scheinbar ewig strauchelnden Mets. Die Yankees wurden 27-mal Meister, das letzte Mal ist aber schon lange her, es war 2009. Die Mets schafften es nur zweimal, 1969 und 1986. Im Basketball sind die Knicks das traditionsreichste Team der Stadt, aber haben seit 2012 Konkurrenz von den Brooklyn Nets, die zuvor in New Jersey spielten. Die Knicks wurden dieses Jahr zum ersten Mal seit 1973 NBA-Champions. Die Stadt stand Kopf, wie bei keiner Meisterschaft seit Jahrzehnten. Bilder gingen um die Welt. Die Nets wurden noch nie Meister. Beim Football sind die New York Giants das dominante Team. Sie gewannen den seit 1967 stattfindenden Superbowl vier Mal, zuletzt 2012. Die Jets holten seit 1969 keine Meisterschaft mehr.
An Beliebtheit nicht an diese drei Sportarten heranreichend, aber dennoch populär ist Eishockey. Die drei großen Teams im Raum New York sind die New York Rangers, die Brooklyn Islanders und die New Jersey Devils. Die Rangers holten sich den Stanley Cup, die höchste Auszeichnung im nordamerikanischen Eishockey, das letzte Mal 1994, die Islanders 1983 und die Devils 2003.

Die Situation des Fußballs ist schwer zu verstehen. Auf der einen Seite gibt es eine Liga, mit 30 Teams, 2 davon in New York, die New York Red Bulls und New York Football Club (NYFC). Der NYFC bekommt sogar ein neues 750 Mio. USD teures Stadion in Queens. Auf der anderen Seite ging das Interesse in der Stadt weitgehend unter als der Club 2021 die Meisterschaft gewann. Die New York Red Bulls sind seit dem Ligastart 1993 dabei, aber wurden nie Champions. Ob sich die WM Begeisterung nun irgendwie auf die MLS überträgt, bleibt zu sehen. Ein großer Teil der Fußballbegeisterten in den USA blickt nach Europa, mit besseren und ‚cooleren‘ Clubs.

New York ist die Medienhauptstadt Amerikas, und die Sportberichterstattung ist so intensiv wie nirgendwo sonst in den USA. Es gibt Fernseh- und Radiosender, die sich ausschließlich mit New Yorker Sportereignissen befassen. Besonders interessant sind die live übertragenen „Call In“-Shows, wo die Fans beim Radio anrufen, um ihrem Unmut Luft zu machen. Um zwei Uhr morgens beschweren sich hier gepeinigte Fans darüber, was der Trainer (der sowieso längst hätte gefeuert werden müssen) wieder falsch gemacht hat. Hören Sie mal in den Sportsender WFAN rein. Dazu kommen natürlich Unmengen an Berichterstattung online. Wenn Vereine einen neuen Spieler verpflichten, ist die Frage nicht nur, wie gut er ist, sondern auch, ob er die Nerven hat, dem allgegenwärtigen Medienrummel standzuhalten.

Gesteigert wird das Ganze dadurch, dass die Saison aller Sportarten aus praktisch zwei Teilen besteht, der normalen Saison („Regular Season“) und den K.o.-Runden („Playoffs“), die zur Meisterschaft führen. Es ist also zweimal für Spannung gesorgt. Der Fan hofft erst einmal, dass sein Team in die Playoffs kommt (im Football schaffen das zum Beispiel 14 von 32 Mannschaften), und wenn ja, dass es möglichst weit in Richtung Meisterschaft geht. Während der Playoffs spielt die Sportwelt verrückt, wenn New Yorker Teams teilnehmen. Überall werden die Spiele live in Kneipen übertragen, die Stimmung ist riesig – Playoffs im Stadion zu erleben, bleibt für die allermeisten Fans jedoch (aufgrund der Knappheit und Preise der Tickets) ein Traum. Die Medien heizen mit ihrer Dauerberichterstattung alles noch mehr an.

Die Teams sind viel Geld wert. In der aktuellen Ausgabe der jährlich erscheinenden Liste ‚The Worlds Most Valuable Sports Teams‘ des Forbes Magazin sind vier New Yorker Teams unter den ersten 12:
(4) New York Giants (Football) 10.1 Mrd. USD
(6) New York Knicks (Basketball) 9.75 Mrd. USD
(10) New York Yankees (Baseball) 8.2 Mrd. USD
(12) New York Jets (Football) 8.1 Mrd. USD

Auch die Gehälter der Top Spieler in New York können sich sehen lassen. Laut Spotrac – eine Seite, die Sportlerbezüge in den nordamerikanischen Sportligen erfasst – sind das derzeit die Topverdiener in New York.

Karl-Anthony Towns (NBA – New York Knicks): ~$57.1 million/year

Juan Soto (MLB – New York Mets/Yankees context): ~$55 million/year

OG Anunoby (NBA – New York Knicks): ~$42.5 million/year

Aaron Judge (MLB – New York Yankees): ~$40 million/year
Die Saisons der einzelnen Sportarten dauern um die sechs Monate. Footballsaison ist von September bis Februar, Baseball findet von April bis Oktober statt und Basketball von November bis Juni. Von den ‚großen Drei‘ laufen also nie mehr als zwei zur gleichen Zeit.

Am einfachsten sind normalerweise Tickets für Regular-Season-Baseballspiele zu bekommen, da es sehr viele Partien gibt und die Stadien groß sind. Beim Hallensport Basketball ist es bei den Knicks oft schwieriger als bei den Nets, sich Karten für die normale Saison zu sichern. Footballkarten gibt es praktisch nie im freien Verkauf, da es in der Regular Season lediglich acht garantierte Heimspiele gibt. Eine Möglichkeit an Karten zu kommen sind Wiederverkaufsseiten wie Stubhub.
Hier eine Liste der Webseiten aller Teams:
Football – Saison circa September bis Februar
Baseball – Saison circa April bis Oktober
Basketball – Saison circa November bis Juni
Eishockey – Saison circa Oktober bis Juni
Fussball – Saison circa April bis Dezember







