Jeden Samstag:
Neues Update
⏳ Lade Daten...

Jeden Samstag:
Neues Update

⏳ Lade Daten...

Was es im Central Park zur Zugvogelsaison zu sehen gibt und andere Highlights der New Yorker Vogelwelt

Bild von Erol Inanc

Erol Inanc

Gründer von New York Aktuell

Was es im Central Park zur Zugvogelsaison zu sehen gibt und andere Highlights der New Yorker Vogelwelt

Nur in wenigen Grünflächen mit vergleichbarer Größe gibt es eine Vogelvielfalt wie im Central Park. Grund ist, was Kenner den ‘Central Park Effekt’ nennen: Da alles rund um den Park zubetoniert ist, sieht er trotz seiner relativ geringen Fläche für die Vögel aus wie ein echter Wald.

Bis zu 280 Vogelarten kann man jedes Jahr im Central Park sehen, ungefähr ein Viertel aller Arten, die man überhaupt in Nordamerika findet. Einige leben ganzjährig hier, aber die Mehrheit sind Zugvögel, die im Frühling und Herbst Station auf ihrem Weg in Richtung Kanada (Frühling) oder Südamerika (Herbst) machen. Das beginnt Ende Februar mit den sogenannten winterharten Vögeln, die besonders gut mit Kälte klarkommen.

Wanderdrossel (American Robin) im Central Park – Foto Audobon Society

Der erste Zugvogel ist normalerweise die amerikanische Waldschnepfe (American Woodcock), die Ende Februar in ihre Brutgebiete fliegt, wenn dort noch Schnee liegt. Anfang März machen dann unter anderem Passerinen (Passerines), Wanderdrosseln (American Robin), die Purpur-Grackel (Common Grackle) und der Rotflügelstärling (Red-Winged Blackbird) Station im Park. Später im Monat kommen dann die Weißbauch-Phoebetyrannen (Eastern Phoebes), die Indianergoldhähnchen (Gold-Crowned Kinglet), die Kiefernwaldsänger (Pine Warbler) und die Fuchsammer (Fox Sparrow) dazu. Fuchsammer sind auch eine der ersten Vögel, die man im Park singen hört.

Indianergoldhähnchen (Gold-Crowned Kinglet) – Foto Audobon Society

Anfang April kommen dann viele Palmenwaldsänger (Palm Warbler), und Kronenwaldsänger (Yellow Rumped Warbler) dazu. Mitte April kann man dann das Rubingoldhähnchen (Ruby Crownded Kinglet), den Kletterwaldsänger (Black-and-White Warbler), den Grünwaldsänger (Black-throated Green Warbler), den Graukopfvireo (Blue-headed Vireo) und die Einsiedlerdrossel (Hermit Thrush) sehen.

Kiefernwaldsänger (Pine Warbler) im Central Park – Foto Audobon Society

Im Mai ist die Frühjahrswanderung dann im volle Gang und eine Vielzahl neuer Vögel gesellen sich zu ihren Artgenossen: Meisenwaldsänger (Northern Parula), Gelbkehlchen (Common Yellowthroat) und die Töpfervögel (Ovenbirds) sind die Zahlreichsten unter ihnen. Die zweite Maiwoche bringt gewöhnlich die Pappelwaldsänger (Ceruleans) und die Goldflügel-Waldsänger (Gold Winged Warblers). Die zahlreichsten Zugvögel im Mai im Central Park sind Schnäpperwaldsänger (American Redstart) und der Blaurücken-Waldsänger (Black-throated Blue Warbler). Die Ankunft der weiblichen Streifenwaldsänger (Blackpolls) wird von Birdern nur ungern gesehen, denn sie ist normalerweise ein Zeichen, dass die Frühlingswanderung ihrem Ende zugeht.

Bis Anfang Juni befinden sich die meisten Zugvögel in ihrem Brutgebiet und die Zahl im Park ist gering, es kommen nur noch ein paar Nachzügler, hauptsächlich Weibchen. Mitte Juni ist die Frühjahrswanderung dann praktisch vorbei.

Goldflügel-Waldsänger (Gold Winged Warblers) im Central Park – Foto Audobon Society

Die immense Artenvielfalt und der Kontrast zwischen Natur und ultimativer Großstadt macht den Central Park auch zu einem der beliebtesten Gebiete zum Vögelgucken weltweit. Die bekannteste Organisation für Vogelforscher- und Liebhaber in den USA, die Audobon Society, hat ihren Sitz in New York und bietet Touren für ‘Birder’ an, wie man die Vogelfans hier nennt. Auch das American Museum of Natural History, das Central Park Conservancy, die Linnaean Society of New York und die Urban Park Ranges bieten Touren an, denen man sich anschließen kann.

Und hier noch zwei Highlights aus der New Yorker Vogelwelt:

Es ist Nistzeit für die Sandregenpfeifer – New Yorks „Wattebäusche auf Beinen“, von denen es weltweit nur noch 8.000 gibt.

Jeden Frühling und Sommer werden einige Abschnitte des Rockaway Beach für einen besonderen, wiederkehrenden Besucher reserviert: den Sandregenpfeifer.

Im Jahr 1985 wurde der winzige Küstenvogel gemäß dem US-Gesetz zum Schutz bedrohter Arten (Endangered Species Act) als bedroht eingestuft, nachdem die Bebauung der Küstenlinie, die Nutzung der Strände zu Erholungszwecken und die Jagd im frühen 20. Jahrhundert seine Zahlen stark dezimiert hatten. Nachdem der Vogel etwa ein Jahrzehnt später beim Nisten am Rockaway Beach gesichtet worden war, richtete die Parkverwaltung zwischen der Beach 39th Street und der Beach 57th Street das „Rockaway Beach Endangered Species Nesting Area“ (Nistgebiet für bedrohte Arten) ein.

Ab etwa April brüten Sandregenpfeifer an den Küsten des Nordatlantiks – wie etwa in Rockaway – sowie in den nördlichen Great Plains und an den Großen Seen. Irgendwann im August ziehen sie nach Süden, um den Winter entlang der südöstlichen USA, am Golf von Mexiko und in der Karibik zu verbringen.

Ein ausgewachsener Sandregenpfeifer ist etwa 18 Zentimeter lang und besitzt eine Flügelspannweite von fast 38 Zentimetern. Der schwarze Schnabel des Vogels nimmt im Sommer eine orangefarbene Tönung an. Die Küken sind so winzig, dass sie wie kleine Wattebäusche auf Beinen wirken.

Nach Angaben des U.S. Fish and Wildlife Service gibt es weltweit nur noch etwa 8.000 Exemplare des Sandregenpfeifers. Nach New York kommen jedes Jahr etwa 100 dieser Vögel (rund 50 Paare), um an den Küstenabschnitten von Rockaway Beach, Breezy Point und Fort Tilden zu nisten. Doch nur wenige brüten erfolgreich Küken aus, die länger als 30 Tage überleben und flugfähig werden – insbesondere in den Rockaways, die zu den am stärksten frequentierten Stadtstränden des Landes zählen. Hochwasser, Überflutungen, Fressfeinde und menschliche Aktivitäten entlang der Küstenlinie zerstören häufig die Nester und beenden das Leben der Küken vorzeitig.

Der tanzende Vogel, der viral ging, ist zurück im Bryant Park

Waldschnepfen sind eine Art von Watvögeln, die mit den Strandläufern verwandt sind; typischerweise findet man diese Vogelgruppe in Sümpfen oder an Stränden – Waldschnepfen jedoch sind Waldbewohner.

Ende März und Anfang April legen manche von ihnen auf ihrem Zug nach Norden einen kurzen Zwischenstopp ein. Sie treffen erschöpft ein, dringend auf Nahrung und Ruhe angewiesen, und manche Parks werden für sie zu einem vorübergehenden Zufluchtsort. Für einige Tage – vielleicht eine Woche – bleiben sie. Dann sind sie wieder verschwunden.

Die Waldschnepfen sind als ‚tanzende‘ Vögel bekannt.  Die Bewegungen bestehen aus sanftem Wiegen, gleichmäßigen Stampfen, seltsam kleinem Wippen, das fast choreografiert anmutet.

Einer der Orte in der Stadt, an denen sie Station machen, ist der Bryant Park – und irgendwie entwickelte sich der „tanzende Vogel“ dort zu einer regelrechten Sensation. Waldschnepfen-Beobachter stellen Stühle auf, scannen den Boden mit Ferngläsern und tauschen Tipps mit Fremden aus. Über gemeinsame Sichtungen entstehen Freundschaften. Selbst zufällige Passanten bleiben stehen, neugierig auf die kleine Menschenansammlung und den winzigen „Darsteller“ in ihrer Mitte.

Warum tanzt der Vogel? Das Wiegen der Waldschnepfe hilft dabei, Regenwürmer im Erdreich aufzuscheuchen, sodass diese leichter zu finden sind. Was wie eine Aufführung aussieht, dient in Wirklichkeit lediglich dazu, eine Mahlzeit zu ergattern.

Citytouren Neu
Citytouren Ad Mobile
Popup Header

Abonnieren Sie den New York Aktuell Newsletter!

Jede Woche Storys aus der aufregendsten Stadt der Welt in Ihrer Inbox!