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New York „dreht durch“ wegen 60 USD Brot eines Bäckers aus Österreich. Fake Story geht durch viele große Medien in D-A-CH

Bild von Erol Inanc

Erol Inanc

Gründer von New York Aktuell

Typisch bei Rye by Martin Auer. Recht leer, ab und zu kommen Leute, die den Eindruck machen, dass sie Sachen, von denen sie auf Social Media gehört haben, es gibt da einige in SoHo, abklappern. Bei mehreren Besuchen, niemand gesehen, der Brot für 60 USD kauft

Seit 1-2 Wochen berichten unzählige Medien in den D-A-CH Länder über 60 USD Brot, das die neu eröffnete, Bäckerei RYE von Martin Auer aus Graz im SoHo Viertel in New York verkauft. (Welt, Spiegel, NZZ, Spiegel, Tagesschau, Focus sind ein paar von Ihnen. Suche auf Google News zeigt ihnen, wie unendlich die Anzahl der Outlets sind, die berichteten)

Es sind mittlerweile sicher mehrere Millionen Leute, die sich die Geschichte einver-LAIB-ten (konnte mir das Wortspiel nicht entgehen lassen😊) Sie bekommen folgenden Eindruck:

  • Ganz viele New Yorker haben von diesem Brot gehört und reißen sich darum, sind gerne bereit 60 USD, dafür zu bezahlen und lange anzustehen, weil es noch nie etwas Vergleichbares hier gab.
  • Der Preis für das Brot löst “soziale Debatten in der ganzen Stadt aus“, zum Beispiel. Ist es ethisch in einer Stadt, wo es auch viel Armut gibt, solche “obszönen” Preise für Brot bezahlt werden?

Als jemand der Jahrzehnte in New York wohnt und weiß, wie die Stadt tickt und darüber realistisch auf  New York Aktuell schreibt, kam mir die Sache gleich suspekt vor und ich ging drei Mal in den Laden. Jedes Mal bot sich das gleiche Schauspiel, siehe Video oben.

  • Weniger los als in umliegenden Geschäften in SoHo
  • Der 60 USD-Preis taucht nirgends auf (wäre dann hier vor Ort doch zu blöd, für Leute, die zufällig vorbeikommen).
  • Es gibt eine Theke mit kostenlosen Kostproben des Brots, da erklärt jemand dem spärlichen Publikum, die auf mich den Eindruck machte, dass sie von der Sache auf Social Media hörten, und einmal und nie wieder kommen, minutenlang wie toll das Brot ist. Die Leute essen das Gratisstück und gehen weiter. Ab und zu streamt ein Influencer.
  • Ich sah nicht einen einzigen Menschen, der einen Laib Brot für 60 USD kaufte. Wie gesagt er wird nicht mit dem Preis angeboten. (siehe Foto der Preisliste)
Der 60 USD Preis der Furore in den D-A-CH Medien machte, taucht nirgends auf im Laden

Teil des PR-Spiels sind “Absperrungen“. Den Ansturm dem so Herr werden will, gibt es nicht, weil 99,9 % der New Yorker noch nie von dem Brot gehört haben, geschweige denn eins für 60 USD kaufen wollen. Auch Bloomberg schrieb in dem Artikel über die sinnlosen Vorrichtungen, die man ironisch als ‚aspirational’ bezeichnete. (An den Eröffnungstagen konnte man genug Leute mit Proben anlocken, dass man eine Art kleine Schlange am Wochenende zusammenbekam, die dann medial ausgeschlachtet wurden. Solche kleinen Schlangen sieht man heutzutage oft, mit Tik Tok usw. besonders in Gegend SoHo, wo die Bäckerei ist)

Absperrungen, aber kein einziger Mensch. Typisch bei Rye by Martin Auer

Das Ganze ist eine PR-Aktion, in dem man einen absurden Preis für das Brot benannte, um in Medien und Social Media zu kommen. Die Outlets, darunter auch Schwergewichte in D-A-CH machten dann auch brav, ohne das geringste Hinterfragen, was von ihnen erwartet wurde, nämlich kostenlose PR an ihr Publikum zu bringen. Mache gingen sogar so weit, zu schreiben, dass New York wegen diesem Brot “durchdreht“, ohne dagewesen zu sein.

Man löste Diskussion auf dem Internet aus, bei denen den so gut wie keiner der Teilnehmer in dem Laden gewesen sein kann, danach zu urteilen, was sie schreiben.

 
In New York gab es schon immer gute Bäckereien. Die Dänen von Ole and Steen haben zum Beispiel 5 Locations, immer was los, wenn ich da bin

Die Medien beten auch nach, dass das Brot, eine hier noch nie dagewesene Qualität besitzt. In Wirklichkeit gibt es in New York schon immer gute Bäckereien, zum Beispiel die 5 Filialen der Dänen von Ole + Steen, die den gleichen Laib, jedenfalls konnte keinen Unterschied schmecken, seit Jahren für 12 USD verkaufen (Video oben) Die Medien haben Martin Auer teure kostenlose Werbung gegeben, sich von der PR auf gut Deutsch sich ver*****en lassen und dabei Ihr Publikum ein klein bisschen verblödet. Es ist ein gutes Beispiel der verzerrten, manchmal dummen Geschichten, die den D-A-CH Medien zu New York erscheinen. Mit meiner Seite New York Aktuell will ich dem entgegentreten. Danke fürs Lesen.

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