Storys aus der Wirtschaft

Warum Zigaretten- und Alkoholschmuggel ein großes Geschäft in New York sind

Das Sheriffs Office beschlagnahmt geschmuggelte Zigaretten – Foto Paul Eckstein

Der staatlich vorgeschriebene Mindestverkaufspreis für eine Schachtel Zigaretten innerhalb der Stadtgrenzen von New York liegt derzeit bei 13 Dollar – es ist der höchste in den gesamten USA. Der Grund sind lokale Steuern. Pro Schachtel schlagen der Staat New York 4.50 Dollar und die Stadt New York 1.50 Dollar auf, also zusammen 6 Dollar.

Im Tabakstaat Virginia, circa 7 Autostunden südlich, werden die zweitniedrigsten Steuern in den USA berechnet und man bekommt dort eine Packung für circa 5 Dollar.

Auch bei Spirituosen gibt es ein Preisgefälle. In New York wird eine Steuer von 7.44 Dollar pro Gallone (3.8l) berechnet, im 4 Stunden entfernten Maryland sind es 1.50 Dollar.

Das Sheriffs Office beschlagnahmt geschmuggelte Zigaretten – Foto Paul Eckstein

Es ist verboten, Tabakwaren und Spirituosen in Mengen, die größer sind, als die für den persönlichen Gebrauch, über Staatsgrenzen zu transportieren. Das übernehmen Schmuggler aber gerne.

Der Alkoholschmuggel lohnt sich eigentlich nur für Großhändler, die die Spirituosen in ihr ‘legales‘ Sortiment mischen können. Einer Studie des National Research Council zufolge, bringt ein voll beladener SUV einen maximalen Profit von 2.500 Dollar. Das große Geld ist bei Zigaretten zu verdienen, hier kann eine Ladung, laut der Studie, mehr als 13.000 Dollar einbringen, schon weil Zigaretten weniger Platz als Schnaps brauchen.

Eine Erhebung der ‘Tax Foundation’, einer Stiftung, die sich mit Steuerfragen beschäftigt, kommt zu dem Schluss, dass mehr als die Hälfte der Zigaretten, die in der Stadt New York verkauft werden, geschmuggelt sind. (Man kann sie meist an den fehlenden Steuermarken erkennen). In armen Gegenden wie der South Bronx dürften es mehr als 80% sein.

Der ‘Preisvorteil‘ wird zu einem großen Teil an die Endkunden weitergegeben und die Zigaretten sind entsprechend beliebt.

Marvin Gutlove, Inhaber des Tabakvertreiber ‘Amsterdam Tobacco‘, sagte in einem Artikel in Crain’s New York Business: „Es gibt Shops, die kaufen ein, zwei Stangen von mir, um sie bei der Hand zu haben, wenn es einmal eine Kontrolle geben sollte, aber das echte Geschäft wird mit illegaler Ware gemacht.”

Bei Spirituosen, so glaubt die Tax Foundation, ist eine von vier Flaschen, die in New York gehandelt wird, Schmuggelware.

Das Risiko geschnappt zu werden ist gering, und es gehen jährlich nur 150 bis 200 Schmuggler ins Netz, auch dann sind die Strafen erträglich. “Man kann eingesperrt werden, wenn man ein wirklich großer Schmuggler ist”, so Joseph Fucito, Chef des New Yorker Sheriffs Office in dem Crain’s Artikel, „aber in der Regel wird es als Steuervergehen behandelt, und die meisten Täter zahlen einfach eine Geldstrafe.”

Die Tax Foundation glaubt, dass dem Staat New York durch den Alkohol- und Zigarettenschmuggel jährlich mehr als 1,5 Mrd. an Steuereinnahmen entgehen.

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