Kunst + Entertainment

Zum Kinostart von ‘The Batman’ – was der düstere Superheld und New York sich bedeuten (mit Trailer)

von Erol Inanc
Gründer New York Aktuell
03-03-2022

Er bewegt sich wie ein Ninja und besitzt das Gehirn eines Wissenschaftlers. Nichts ist aber wichtiger für Batmans Erfolg beim Jagen von Verbrechern seit 1939  als seine ‘New York Attitude‘ – eine Lebenseinstellung, die sich durch Zähigkeit und Einfallsreichtum der Bewohner der Stadt auszeichnet.

Offiziell heißt die Stadt, in der der ‘Dunkle Ritter‘ für Recht und Ordnung sorgt, zwar ‚Gotham City’, aber fast alles rund um den Fledermausmann beschwört New York herauf: seien es die Menschen, die er beschützt, die Art-Deco-Wolkenkratzer, von denen aus er über die Stadt wacht oder die Straßenschluchten bei Nacht.

“New York war der perfekte Ort, um die Batman Mythologie zu kreieren. Man spürt, dass Bob Kane und Bill Finger, die ihn ins Leben riefen, hier aufwuchsen und hier an Batman arbeiteten“, schreibt Paul Levitz, der Ex-Chef des Batman Verlegers DC Comics, selbst gebürtiger New Yorker in seinem Buch ‚The Golden Age of DC Comics‘.

Großstadtmotive auf Titelblättern aus dem 1950er und 1980er Jahren erinnern an New York

Finger und Kane stellten den Comic Book Fans den ‚Dark Knight‘ 1939 zum ersten Mal in der Maiausgabe “Detective Comics” vor. Dass dieser Charakter zu einer der größten Ikonen der Popkultur werden sollte, ahnte damals wohl noch keiner. Finger und Kane wollten einfach einen Superhelden, der mit der Kriminalität in Gotham aufräumt. Batman kam genau zur richtigen Zeit, denn augenscheinlich sehnten sich die Leser nach einer starken Figur, die den Verbrechern und ihren Machenschaften das Handwerk legt. Obwohl die Kriminalitätsraten 1939 nicht bedrohlich hoch waren, wurde diese Thematik von den Boulevardzeitungen so sensationalisiert, dass viele Leute überall ‘Crime‘ witterten.

Links ist die Mai 1939 Ausgabe von Detective Comics, in der Batman Premiere feierte

Besonders gebraucht wurde jemand wie der Dark Knight aber dann in den 1970er-Jahren – einer Dekade, in denen die Großstädte der USA und ganz besonders New York mit Kriminalität und Verfall zu kämpfen hatten. DC Comics Texter Dennis O’Neill schrieb in dieser Zeit einige der düstersten Batman Geschichten, die in einem unverkennbar verrotteten Big Apple spielen. “Für mich ist Gotham City Manhattan südlich der 14. Straße, 11 Minuten nach Mitternacht in der kältesten Nacht im November”, sagte er später einmal.


The Dark Knight Rises (2019)

Auch Frank Miller, der 1986 die vierteilige Graphic Novel Serie “The Dark Knight Returns” schrieb und teilweise zeichnete, ließ sich von New York inspirieren. „Ich zog Ende der 1970er-Jahre vom ländlichen Vermont in ein marodes, aber faszinierendes New York. Ich füllte ganze Skizzenbücher mit den dunklen und gruseligen Straßen, Wassertürmen, Dächern, Brücken, Hochhäusern, Feuertreppen und allem, von dem ich dachte, dass es die Welt von Batman ausmacht”, sagte Miller in einem Interview zum 30sten Jubiläum der Serie, die bei den Fans als Meisterwerk gilt. (Übrigens wirkte auch der aus Coburg stammende Zeichner Klaus Janson maßgeblich an “The Dark Knight Returns” mit).

1989 begann mit Tim Burtons ‘Batman’ ein gewaltiger Filmboom, der bis heute anhält. Michael Uslan, der alle Batman Filme seitdem produzierte, wohnt immer in New York, wenn er die Produktionen vorbereitet und tauscht sich hier gerne mit den DC Comics Teams aus, die gerade an Batman Storys arbeiten.

Am 11. März 2022 kommt ‘The Batman‘ in die Kinos, auch von Michael Uslan produziert. Viele glauben, dass es der bisher düsterste Film mit dem Superhelden ist. Wenn man die Entwicklung auf der Welt in den letzten paar Wochen betrachtet, könnte er den Zeitgeist gut treffen.

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