
Das New York Police Department (NYPD) investiert 6,5 Mio. USD für Ausrüstung und Training, um der Gefahr bewaffneter Drohnen während der WM und anderen Großveranstaltungen diesen Sommer in New York zu begegnen.
Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag verwies Polizeipräsidentin Jessica Tisch auf die zunehmende Verbreitung solchen Geräts und erklärte, dies sei jene Bedrohung, die ihr „nachts den Schlaf raube“.
Auf die Frage, ob eine konkrete Bedrohung durch bewaffnete Drohnen vorliege, wollte sie keine näheren Angaben machen; sie merkte jedoch an: „Es wäre ein Fehler, diese Technologie zu ignorieren.“


Es wird erwartet, dass das Justizministerium neue Vorschriften erlässt, die es lokalen Polizeibehörden ermöglichen, Drohnen abzufangen oder außer Gefecht zu setzen – eine Befugnis, die bislang größtenteils dem FBI vorbehalten war.
„Vor Jahren stellte dies noch keine Bedrohung dar“, sagte Rebecca Weiner, stellvertretende NYPD-Kommissarin für Terrorismusbekämpfung. „Heute ist das anders.“
2026 finden gleich mehrere Events in New York statt, die nach Ansicht des New Yorker Polizeidepartements (NYPD) Ziel von Terroranschlägen werden könnten. Neben der Fußball-Weltmeisterschaft ab dem 11. Juni, die großen Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der USA Anfang Juli im New Yorker Hafen und der 25. Jahrestag der Geschehnisse des 11. September 2001.
Das NYPD will das Drohnenabwehrsystem Iron Drone Raider Systeme vom Hersteller American Robotics kaufen. Es verwendet Abfangdrohnen, die feindliche Drohnen mit Radar aufspüren und ein Netz abfeuern, um die Rotoren des Ziels zu verfangen. Anschließend wird die Drohne mit Fallschirm aus dem Luftraum entfernt.
Foto Ondas Technologies
Cybertechnologien, die feindliche Drohnen übernehmen und landen können, um Kollateralschäden durch einen möglichen Absturz zu verhindern, werden laut Eric Brock, CEO von Ondas Holdings Inc. (Eigentümer von American Robotics), auch bald verfügbar sein.


„Wir erfassen die Funkfrequenz und können diese dann gezielt ansteuern, sodass die Drohne glaubt, wir seien der Pilot“, erklärte Brock. „Wir umgehen die Verschlüsselung und übernehmen so quasi die Kontrolle über sie.“
Foto Ondas Technologies
Die Kosten für die Systeme wurden nicht bekannt gegeben, aber die New Yorker Polizei (NYPD) erhielt kürzlich 6,5 Mio. USD aus einem Bundesprogramm zur Abwehr unbekannter Flugsysteme.
Einige Experten mahnen zur Vorsicht und fordern strenge Überwachung der Drohnenabwehrtechnologie.
„Es klingt gut in der Theorie, und es gibt viele Gründe, warum man darauf vorbereitet sein sollte, denn Drohnen werden ein riesiges Problem darstellen“, sagte Joseph Giacalone, ein pensionierter Sergeant des NYPD und Dozent am John Jay College of Criminal Justice.
„Man muss sehr delikat vorgehen. Versucht man beispielsweise den Times Square mit seinen dichten Menschenmengen zu schützen, ist es schwierig sicherzustellen, dass der Abschuss und Absturz einer Drohne keine Menschen verletzt oder sogar tötet. Deshalb ist es wichtig, dass Polizisten, die diese Technologie einsetzen, von echten Experten unterstützt werden.“



