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33 Thomas Street – vielleicht das geheimnisvollste Gebäude in Manhattan

von Erol Inanc
Gründer New York Aktuell
22-08-2021

Sie nannten es Project X, das Jahr war 1969. Mitten in Manhattan sollte ein massiver Wolkenkratzer gebaut werden, der einem Atomkrieg standhalten kann. Das 29-stöckige Gebäude mit drei Kellergeschossen sollte keine Fenster haben, aber es sollte genug Nahrung gelagert werden können, um im Katastrophenfall 1.500 Menschen zwei Wochen lang zu ernähren.

Der primäre Zweck des Gebäudes war es aber nicht, Menschen vor giftiger Strahlung zu schützen. Vielmehr sollte der festungsartige Bau kritische Computersysteme, Kabel und Schalttafeln in einem der wichtigsten Telekommunikationsdrehkreuze in den gesamten USA schützen, das von AT&T dort errichtet werden würde. Die Arbeiten begannen 1969, und 1974 wurde der 167 Meter hohe Turm aus aus Beton und Granit im Herzen von Lower Manhattan fertiggestellt.

Aussenstehende ist es unmöglich einen Blick in das ‘Long Lines Building’, wie der Bau auch genannt wird, zu werfen, denn getreu den Plänen des Architekten John Carl Warnecke gibt es keine Fenster. Das Gebäude ist nie beleuchtet und fügt sich so nachts gut in die Dunkelheit ein (33 Thomas Street wurde in einem Architekturstil gebaut, den man heute Brutalismus nennt – sehr passend für den Bau!),

Für die Menschen, die vorbei gehen ist das Long Lines Building so ein Rätsel. Der Bau hat Wiedererkennungswert wie nur wenige Wolkenkratzer in New York, auch wegen des Films Ghostbusters. Über das, was sich innen abspielt, ist nur wenig bekannt.

Foto: Steve Grohl

Man weiß, dass AT&T weiterhin der Besitzer des Long Lines Building ist, und das Gebäude immer noch ein wichtiges Zentrum für die Telekommunikation ist. Gerüchten zu Folge soll 33 Thomas Street aber noch eine ganz andere Organisation beherbergen – die NSA (National Security Agency). Von hier aus soll der Geheimdienst Telefonate und Internetverkehr überwachen.

Im Long Lines Building gibt es nach Aussage eines ehemaligen AT&T-Ingenieur einen wichtigen “Gateway Switch”, der Telefonate zwischen den Vereinigten Staaten und Ländern auf der ganzen Welt schaltet. Dieser soll von der NSA dazu genutzt worden sein, um Kommunikationen der Vereinten Nationen, des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und 38 Ländern zu überwachen, darunter auch US-Verbündeten wie Deutschland, Japan und Frankreich.

Obwohl einiges dafür spricht, dass die NSA aus 33 Thomas Street aus arbeitet, oder zumindest gearbeitet hat, gibt es keine einwandfreien Beweise. Wie erwartet, hüllt sich der Geheimdienst selbst im Schweigen.

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