
Der mysteriöse Tod zweier Freunde, Malaika Chitre und Navam Kaul, die am vergangenen Sonntag in Manhattan von einer U-Bahn erfasst wurden, während sie auf den Gleisen saßen, wird weiterhin vom New York Police Department (NYPD) untersucht.
„Am Sonntag, dem 13. September 2026, gegen 3:14 Uhr, ging bei der Polizei ein Notruf wegen zwei hilfloser Personen an der U-Bahn-Station Spring Street der Linie 6 im Zuständigkeitsbereich des Transitbezirks 4/5 ein“, schrieb das NYPD auf X.
„Am Einsatzort fanden die Beamten eine 24-jährige Frau und einen 24-jährigen Mann auf den Gleisen vor, die von einem in Richtung Süden fahrenden Zug der Linie 4 erfasst worden waren. Der Minuten später eintreffende Rettungsdienst konnte nur noch den Tod beider Personen feststellen. Die Ermittlungen dauern an.“

Aufnahmen, die in den sozialen Medien kursierten, zeigen Kaul und Chitre, wie sie kurz vor dem Eintreffen des Zuges auf den Gleisen sitzen. Sie sind einander zugewandt sind und zeigen keine Reaktion, als der Zug auf sie zufährt.
Die Ermittler prüfen, ob Alkohol oder Drogen ihr Urteilsvermögen beeinträchtigt haben könnten. Auch Suizid wird derzeit nicht ausgeschlossen.


Quellen zufolge könnte eines der Opfer auf die Gleise gestürzt oder geklettert sein, woraufhin das andere folgte, möglicherweise in dem Versuch, zu helfen.
Der Zugführer berichtete, dass Chitre zu lachen schien, als sie Kaul zu sich zog, während die beiden auf den Gleisen saßen.
Die Umstände haben Familie, Freunde und Nachbarn tief erschüttert. Sie beschrieben Chitre und Kaul als erfolgreiche junge Menschen am Anfang ihrer Karriere.
„Ich war geschockt. Er war Finanzanalyst und machte alles im Leben richtig“, sagte Sagid Qureshi, Kauls ehemaliger Nachbar, der New York Post. „Gute Menschen, die so erfolgreich waren und ihr ganzes Leben noch vor sich hatten. Es ist einfach nur traurig.“
Chitre und Kaul schlossen beide 2024 ihr Studium an der Rutgers University ab, wie aus ihren LinkedIn-Profilen hervorgeht. Sie wuchsen in South Brunswick und Sayreville in New Jersey auf, nur etwa 18 Kilometer voneinander entfernt. Während des Studiums hatten sie denselben Freundeskreis.
Laut ihrem LinkedIn-Profil arbeitete Chitre als Spezialistin für Qualitätsmanagement bei Acadia Pharmaceuticals, während sie an der Temple University Pharmazie studierte. Auf ihren Social-Media-Profilen waren Fotos von Familientreffen, ihrem Berner Sennenhund und einem Europa-Urlaub im Juli zu sehen, unter anderem mit Besuchen in Florenz und Rom.
Eine Nachbarin, die in der Nähe von Chitres Elternhaus wohnt, erinnerte sich an sie als ein aufgewecktes und kontaktfreudiges Kind. „Sie spielte immer mit den Kindern aus der Straße – ein kluges, aufgewecktes Mädchen“, sagte die Nachbarin. „Ich war geschockt, als ich das hörte. Es ist einfach so seltsam. Ich verstehe es immer noch nicht: Warum auf den Gleisen?“
Ein ehemaliger Schulfreund beschrieb Kaul als witzig, charismatisch und unkompliziert. „Immer wenn er da war, war er einfach gut gelaunt“, sagte der Freund. „Er war echt ein cooler Typ – total bodenständig, ein bisschen schrullig, witzig und dazu noch sehr charismatisch. Es ist einfach nur schockierend.“
Die Todesfälle ereigneten sich weniger als zwei Wochen, nachdem der 41-jährige MTA-Mitarbeiter Moet McCullum am 3. September bei Gleisarbeiten in der Nähe des Yankee Stadiums von einer U-Bahn erfasst und tödlich verletzt worden war.
Die Zahl der Menschen, die von U-Bahnen in New York City erfasst wurden, ist in den letzten Jahren gestiegen.
Laut früheren Berichten des „City Reporter“ registrierten die MTA-Beamten im Jahr 2023 241 von Zügen erfasste Personen, darunter 97 Tote.



