
Der Northeast Corridor, die 10 Meilen Zugstrecke zwischen Secaucus, New Jersey und der Penn Station in Manhattan, ist der am stärksten frequentierte Korridor für Schienenverkehr in den gesamten USA.
Derzeit ist nur ein einziger Tunnel in Betrieb, der 1910 fertiggestellte North River-Tunnel. Das Alter hat seinen Tribut gefordert. Während des Superhurrikans Sandy 2012 wurde der Tunnel zudem durch Hochwasser schwer beschädigt. Korrodierte Leitungen, rissiger Beton und andere strukturelle Probleme verursachen nun ständig Verspätungen.
Dies betrifft nicht nur die Pendler in der Region, sondern hat auch Auswirkungen auf den gesamten Schienenverkehr zwischen dem südlich von New York gelegenen Washington und dem nördlichen Boston. Es ist der größte Ballungsraum der USA, mit circa 50 Millionen Bewohnern. Rund 200.000 Passagiere in bis zu 500 Zügen nutzen den North-River Tunnel täglich. Schon eine einzige Störung kann das gesamte System lahmlegen.
Seit 2023 wird ein neuer Tunnel unter dem Hudson River errichtet und nach dessen Fertigstellung wird der bestehende North River Tunnel von Grund auf saniert. Das Ganze trägt den Namen „Hudson River Project“. Das gewaltige Vorhaben zieht sich durch verschiedenste Arten von Terrain, von Granitfelsen bis zum weichen Flussbett des Hudson.
Die auf 16 Mrd. USD angesetzten Arbeiten bestehen aus 10 einzelnen Projekten, die im Video vorgestellt werden. Bei sieben haben die Arbeiten begonnen oder sind abgeschlossen.
Ziel ist es, mit der neuen Verbindung bis 2035 und mit der Renovierung des alten North River Tunnels bis 2038 fertig zu sein.
Die Kosten werden zu 70% von der Bundesregierung getragen, der Rest von den Staaten New York und New Jersey und der halb öffentlichen/halb privaten Port Authority of New York und New Jersey, die viel Transportinfrastruktur in der Region betreibt. Darunter alle drei großen Flughäfen und die George Washington Bridge, die meistbefahrene Brücke der USA, vielleicht der Welt, die ebenfalls New Jersey mit Manhattan verbindet.
Das auf Hochleistungsbohrer spezialisierte deutsche Unternehmen Herrenknecht spielt eine wichtige Rolle bei den Arbeiten. Es liefert zwei speziell für dieses Projekt angefertigte Tunnelbohrmaschinen , die das Landstück in New Jersey graben und bauen werden.

Die Bohrmaschinen, die jeweils mehr als 1.500 Tonnen Gewicht und über 150 Meter Länge aufweisen, sind technische Meisterwerke. Sie können Tunnelstücke gleichzeitig graben und bauen.
Während des Tunnelvortriebs werden 30 bis 40 Personen an Bord der Maschinen arbeiten, täglich können zwischen 10,7 bis 12,2 Meter Tunnel gegraben und gleichzeitig die Auskleidung eingebaut werden, indem die Maschinen während des Aushubs eine Mischung aus Ton, Zement und Wasser in die Tunnelwand injizieren.
Die Technik erlaubt es, je nach den vorherrschenden Bedingungen schnelle Anpassungen vorzunehmen.
„Das ist, als würde man sich einen Maßanzug anfertigen lassen. Er passt genau. Er entspricht der eigenen Größe und den individuellen Maßen“, erklärt James Starace vom Bauträger Gateway Development Commission dem TV-Sender New York 1. „Wir haben es hier mit extrem harten Felsen zu tun, die wir durchbohren müssen. Der durchschnittliche Gesteinswiderstand liegt bei 35.000 PSI.“
Die Bohrarbeiten in New Jersey sollen etwa ein Jahr dauern. Anschließend wird das Projekt mit den Bohrarbeiten unter dem Hudson River fortgesetzt, wofür andere Maschinen eingesetzt werden.



