Wirtschaft

200 machten schon zu – die große Krise in der New Yorker Hotelbranche

Foto – Albert Capote

Die Covid-19-Krise richtete verheerende Schäden in der New Yorker Hotelindustrie an. In den Wochen nach dem Ausbruch der Pandmie im März schlossen fast alle Hotels. Die Hoffnung war meist den Betrieb irgendwann wieder aufzunehmen, aber es wird immer klarer, dass das bei vielen nicht der Fall sein wird.

Eine neue Studie des ‘Department of City Planning‘ – einer Behörde, die sich mit Stadtplanung befasst – haben 146 der 705 Hotels in New York das Handtuch geworfen, darunter einige bekannte Namen wie das Novotel, Hilton Times Square W Downtown und das Roosevelt, das nach 96 Jahren schloss.

Vijay Dandapani, Chef der New York City Hotel Association, einem Branchenverband, glaubt, dass die Situation in Wirklichkeit noch schlimmer ist.  “Es sind etwa 200 Hotels geschlossen.“

Der Boom beim Hotelbau in den letzten Jahren macht die Lage noch prekärer. Von 2015 bis 2020 wuchs die Zahl der Zimmer von rund 97.500 auf etwa 125.000.

Das Roosevelt Hotel schloss im Oktober nach 96 Jahren im Betrieb

Hotels, die wieder offen sind, sehen sich mit stark gefallener Nachfrage konfrontiert. Die Stadt mietet Zimmer in 63 von ihnen, zur Unterbringung von Obdachlosen.

Ein Hotel auf der Upper West Side von Manhattan diente zur Unterbringung von Obdachlosen

Die Hotels, die hoffen, wieder zu öffnen, befinden sind in einer schwierigen Situation. “Es kostet ein Hotel Hunderttausende von Dollar im Monat, in einigen Fällen mehr, geschlossen zu sein”, sagte Sean Hennessey, Berater in der Hotelindustrie und Professor für Hospitality (Gastgewerbe) an der renommierten New York University, dem Commercial Observer. “Diese Hotels brauchen einen Plan, sich aus ihrer finanziellen Schieflage zu befreien.”

„Es gibt aber auch andere Probleme“, so Hennessey. „Zum Beispiel werden viele erfahrene Mitarbeiter, die Teil eingespielter Teams waren, nicht mehr verfügbar sein. Sie sind weggezogen, haben einen neuen Job oder es gibt andere Gründe. Es müssen neue Mitarbeiter gefunden werden, man muss Leute anschulen. Ich glaube, dass abgesehen von der Nachfrage, vieles für einige Zeit nicht so laufen wird, wie vor der Pandemie.”

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