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George Washington Bridge ist vielleicht New Yorks schönste Brücke. Jetzt wird sie das erste Mal nach 94-jähriger Geschichte jede Nacht erleuchtet

Bild von Erol Inanc

Erol Inanc

Gründer von New York Aktuell

George Washington Bridge – Foto – Paul Robelson

Die vom Schweizer Ingenieur Othmar Ammann und dem amerikanischen Architekten Cass Gilbert entworfene George Washington Bridge verbindet New York mit Fort Lee, New Jersey und im größeren Sinne die Insel Manhattan mit dem amerikanischen Festland. Die mehr als 100 Mio. Fahrzeuge, die sie jährlich nutzen, machen sie zur verkehrsreichsten Brücke der Welt.

Eröffnungstag, 25 Oktober 1931
Die George Washington Bridge in ihrem Eröffnungsjahr 1931

1950

Die am 25. Oktober 1931 eröffnete Hängebrücke ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Sie wird von nur 4 Stahlseilen gehalten, die aus je 434 Kabeln bestehen. Die Seile wickeln sich 61-mal um Füße, die sich am Flussbett auf beiden Seiten des Hudson befinden. Bis zur Fertigstellung der Golden Gate Bridge 1937 war die George Washington die längste Hängebrücke der Welt. Architekturlegende Le Corbusier nannte sie einmal die schönste Brücke der Welt.

Nicht nur mit Autos kann man die Brücke überqueren – Foto – Alf Knopp

1946 wurde die Brücke von vier auf sechs Fahrspuren erweitert, um der großen Zunahme des Autoverkehrs in den USA in dieser Zeit gerecht zu werden. 1962 kam eine untere Ebene dazu, und die George Washington wurde zu einer Doppeldeckerbrücke mit auch heute noch weltweit einmaligen 14 Fahrspuren.

Seit diesem Monat werden beide Türme der Brücke nun dauerhaft jede Nacht von der Dämmerung bis 22 Uhr beleuchtet, das erste Mal in der 94-jährigen Geschichte der Brücke.

Obwohl die George Washington Bridge (GWB) bei ihrer Eröffnung die weltweit längste Spannweite aufwies, blieben ihre tragenden Türme in normalen Nächten traditionell unbeleuchtet. Zwar wurden bereits im Jahr 2000 rund 800 provisorische Leuchten installiert, doch kamen diese ausschließlich an wichtigen Feiertagen und bei besonderen Anlässen zum Einsatz.

Nun wurden diese alten Anlagen vollständig entfernt und durch ein Hightech-System ersetzt, um einen für die Region historischen Sommer zu würdigen.
Die nächtliche Beleuchtung ist mehr als nur das Umlegen eines Schalters: Sie ist Teil des umfassenden, 2 Milliarden Dollar schweren Programms „Restoring the George“ der Port Authority – einer groß angelegten Initiative zur Erneuerung nahezu aller Originalteile der 1931 erbauten Brücke.

Die Zahlen hinter diesem Projekt sind dabei geradezu beeindruckend:

26.474 Drähte: Die Arbeitstrupps haben alle 26.474 Drähte im Inneren der Haupttragseile akribisch ummantelt und entfeuchtet. Aneinandergereiht ergäben diese Drähte eine Länge, die ausreicht, um die Erde viermal zu umspannen.
592 Hängeseile: Jedes einzelne der ursprünglichen, von den Haupttragseilen herabhängenden Seile wird ausgetauscht; ihre Länge variiert dabei von rund 11,5 Metern (38 Fuß) bis zu beeindruckenden 205 Metern (674 Fuß).
600-Watt-Upgrade: Die alten herkömmlichen 1.000-Watt-Lampen wurden durch hocheffiziente 600-Watt-LEDs ersetzt.
40 % Energieeinsparung: Das neue System senkt den Energieverbrauch und die Kosten um fast die Hälfte.
Keine Lichtverschmutzung (für Vögel): Zum Schutz der heimischen Tierwelt werden die leistungsstarken Turmscheinwerfer während der Hauptzugzeiten der Zugvögel (Mitte März bis Mitte April sowie Ende August bis Mitte November) vollständig abgeschaltet.

Die dauerhafte Beleuchtung der Türme ergänzt die 156 „Halsketten“-Lichter entlang der Tragseile und schafft so ein spektakuläres, vollständig beleuchtetes Bauwerk über dem Hudson River. Kathryn Garcia, Geschäftsführerin der Hafenbehörde (Port Authority), betonte, dass der Zeitpunkt für eine Region, die derzeit im Zentrum des kulturellen Universums steht, nicht besser sein könnte:

Bis Ende 2026 wird eine brandneue, rund 4,3 Meter (14 Fuß) breite und barrierefreie Rampe am südlichen Gehweg eröffnet. Dies bedeutet, dass Radfahrer den nördlichen Weg exklusiv nutzen können, während Fußgänger den südlichen Weg übernehmen.

Man braucht kein Auto, um die Brücke zu überqueren, es gibt auch Wege für Fußgänger und Radfahrer.

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