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Schattenseiten des Lebens in der Metropole – Was nervt die New Yorker am Alltag in ihrer Stadt?

Bild von Erol Inanc

Erol Inanc

Gründer von New York Aktuell

Verkehr in New York – Foto Andrew Seville

Viel Licht, viel Schatten. Dieser Sinnspruch gilt wahrscheinlich in nur wenigen Städten mehr als in New York. Was nervt die Menschen am meisten am Alltagseben in der Metropole? 

Rund ums Wohnen

Die Mieten in New York sind höher denn je. Die Durchschnittsmieten bei neuen Verträgen für Wohnungen, die aus 1 oder 2 Zimmern bestehen waren laut Realtor.com stadtweit 3.616 USD im Monat, in Manhattan 5.125 USD. Nicht nur die Preise sind ein Problem, sondern auch der rigorose Prozess, eine Wohnung zu bekommen. Leute fühlen sich von potenziellen Vermietern regelrecht durchleuchtet. Bei Leerstand unter 1.5% können die sich das leisten.

Menschen klagen auch über Hausverwaltungen, die sich mit Reparaturen viel Zeit lassen oder ungenügend heizen. Auch laute Nachbarn nerven. Dazu kommt oft Baulärm.

Verkehr

Viele Menschen empfinden den Verkehr so gesetzlos wie das Leben im Wilden Westen. Für Fußgänger wurde die Situation durch motorisierte Zweiräder, wie Scooter und E-Bikes, von denen es seit Ausbruch der Pandemie gefühlt ein Vielfaches gibt, verschärft. Die Anzahl der tödlichen Unfälle mit motorisierten Zweirädern ist stark am Steigen. Man sieht sie oft in die falsche Richtung rasen, manchmal fahren sie auch auf dem Gehweg. Autofahrer nervt die Parkplatznot, Fußgänger die Falschparker.

Müll-Ratten

Müll, besonders Gewerbemüll, wird in New York oft auf dem Gehsteig deponiert, damit die Müllabfuhr ihn schnell abholen kann. Das ist nicht nur ein unschöner Anblick, sondern zieht auch Ratten an. Die Nager sind überhaupt ein Problem, das die Leute nervt. Auch steht Sperrmüll oft lange auf den Straßen.

Kosten

New York wird immer teurer, finden die Leute. Zum Beispiel ist ein Teller Spaghetti in einem Restaurant kaum noch unter 20 USD zu haben, ein Bier in einer Bar kostet mittlerweile meist 10 USD und mehr.

Habe mir einen Kaffee in einem Coffee Shop ohne Bedienung an der Theke geholt. Kosten 4.36 USD, einer der automatischen Trinkgeldvorschläge ist 3 USD.

Es wird immer mehr Trinkgeld erwartet. Waren einmal 15% passabel, sollten es heute mindestens 20% sein, aber nicht nur das. War es früher nur üblich, Trinkgeld zu geben, wenn man bedient wird, ist es jetzt so, dass es sogar erwartet wird, wenn man nur etwas an der Theke bezahlt. Bargeldlose Zahlung macht es möglich. Wenn man seine Karte einführt, wird man gefragt, ob man Trinkgeld geben will.

Die Optionen fangen oft bei 20% oder sogar 22% an. Man hat zwar die Möglichkeit, niedrigeres oder kein Trinkgeld zu geben, aber das ist für viele Leute unangenehm und manche Leute haben Angst, dass man als Geizhals angesehen wird, besonders vom Menschen, der hinter einem in der Schlange steht. Dazu kommt auch noch die Steuer von gut 8%.

Dass die Lebenshaltungskosten überhaupt zu den höchsten der Welt gehören, ist bekannt.

Überall Leute – wenig Platz

Ein Trader Joe’s Supermarkt in Manhattan – Foto Ryan Colbert

Überall Leute, wenig Platz. Ein Beispiel ist der Einkauf. Die Enge der Läden führt zu Beschwerden, besonders von Amerikanern, die aus anderen Teilen der USA nach New York kamen. Dort sind die Supermärkte geräumig mit weiten Gängen und man fährt seine Sachen danach bequem mit dem Auto weg. In New York sind die Läden oft so voll, dass einem alle paar Sekunden jemand im Weg steht. Selbst in den relativ kleinen Aldis oder Lidls in Deutschland fühlt es sich für mich entspannter an. Zu dem Thema „zu viele Leute, zu wenig Platz“ könnte man leicht einen eigenen Artikel schreiben.

Ein Großteil der Leute hat keine Waschmaschine und auch in den Waschsalons kann es oft sehr eng werdenFoto Jean Sebert
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Dies und das

Es ist ein ständiges Kommen und Gehen in der Stadt. Viele Leute bleiben ein paar Jahre und sind dann wieder weg, so verliert man Freunde und muss versuchen neue zu finden.

Winter: Arktische Kälte mit brutalen Winden an vielen Wintertagen. Nach einem wunderschönen Schneetag folgt der Matsch und das Eis, und schwarzgefärbte Schneeberge, die wochenlang an den Seiten der Gehwege stehen.

Foto – Alfred Richards

Sommer: Viele ultraheiße Tage mit bis zu 100% Luftfeuchtigkeit

Foto – Peggy Norton

Genau so wie es manchmal kalt sein kann in den Apartments, können auch hohe Temperaturen ein Problem sein, denn man kann sehr oft die veralteten Heizungen nicht einstellen.

Marihuana Geruch. Laufend bekommt man eine Brise ‚Pot‘, wie man hier sagt, in die Nase. Auch schon morgens, an einem Wochentag kann einem eine Brise entgegenziehen.

Junge Dame mit Joint

Pakete werden oft im Flur abgelegt, weil es bei der unglaublichen Menge schnell gehen muss. Den meisten Leuten wurde schon irgendwann ein geklaut, ist mein Eindruck.

Man wird auf der Straße auch oft angebettelt, auch das empfinden viele Leute als unangenehm, besonders an Plätzen wie U-Bahn Waggons, wo es keine Möglichkeit gibt, sich zu entziehen.

Man sieht keine Sternenhimmel

Sternenhimmel, wie hier in Pecos, New Mexico, gibt es in New York nicht zu sehen

In New York wird soviel künstliches Licht generiert, wie kaum sonst irgendwo auf der Welt. Einen Sternenhimmel zu genießen ist praktisch unmöglich.

Kein Alltagsproblem, trotz oft gegenteiliger Darstellung in Film und Medien ist die Angst Opfer eines Verbrechens zu werden. In 35 Jahren in der Stadt ist mir weder etwas passiert, noch kenne ich ein Opfer. Die Kriminalitätsraten sind die niedrigsten seit es Statistiken gibt. Die Chancen Zufallsopfer einer Gewalttat zu werden sind verschwindend klein.

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