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Neue Alkoholfalle soll Rattenproblem lösen

Ratten holen sich Pizza an einem New Yorker Mülleimer – National Geographic

New York ist eine extrem dicht besiedelte Stadt mit hunderttausenden von Mülltonnen mit Essensresten. Dieser und andere Faktoren führen zu einer großen Ratten- und Mäuseplage im Big Apple. Die Stadt hat in den letzten jahren Millionenbeträge ausgegeben, um der Situation Herr zu werden. Zum Beispiel 32 Millionen US-Dollar Müllsäcke, die sicher vor den Zähnen der kleinen Nager sein sollen. Auch Sterilisationsmittel und strengere Abfallgesetze wurden versucht, jedoch konnte keine dieser Maßnahmen das Problem nachhaltig eindämmen. Nun wird eine neue Maschine getestet, die die Nager zunächst anlockt und dann in Alkohol ertrinken lässt.

Ekomille – so heißt das Gerät – ist eine etwa 60 Zentimeter hohe Box, die Lockmittel für Ratten und Mäuse enthält. Klettert der Nager hoch, um einen der Köder zu schlucken, klappt eine Falltür auf. Die Ratte fällt dann in einen Behälter mit grünem Alkohol. 80 Ratten sollen im Behälter Platz haben.

Die Ekomille Box

Getestet wurde die Box einen Monat lang im New Yorker Bezirk Brooklyn. 107 Ratten fielen in den Alkoholtopf. In den Augen des Bezirkspräsidenten Eric Adams eine Erfolgsstory. Schließlich wurden Journalisten für eine eher makabere Vorführung eingeladen. Vor ihren Augen präsentierte ein Stadtarbeiter eine der Alkoholfallen. Darin zu sehen: Ertrunkene Mäuse und Ratten in der grünen Flüssigkeit. Trotzdem nennt Adams die Vorrichtung “eine humane und umweltfreundliche Lösung”. Die Methode wird nun in Stadtteilen eingesetzt, wo der Rattenbefall am höchsten ist.
Eine Studie aus dem Jahr 2014 scheint übrigens diese weitverbreitete Meinung zu widerlegen, dass es in New York mehr Ratten als Menschen gibt.

Für die Erhebung erforschte Jonathan Auerbach, Doktorand in der Statistikabteilung an der Columbia University, in wievielen der 842.000 Grundstücke der Stadt Ratten gesichtet wurden oder es andere Anzeichen für das Vorhandensein der Nagetiere gibt. Er kam zu dem Ergebnis, dass dies bei nur etwa 40.000 der Grundstücke der Fall ist. Auerbach ging weiterhin davon aus, dass jedes von Ratten befallene Grundstück eine einzige Kolonie beherbergt und dass etwa 50 Ratten zu einer typischen Kolonie gehören. Er kommt so auf eine Zahl von 2 Millionen. Auch wenn es etliche mehr sein sollten, dürfte die Menge an Ratten weit von der Einwohneranzahl von 8.5 Millionen entfernt sein.

Die allermeisten Ratten in New York gehören zur Art ‘Rattus norvegicus‘, also lateinisch für ‘Norwegische Ratte‘. Die Langschwanzmaus stammt aber gar nicht aus Norwegen, sondern war wohl ursprünglich im nördlichen Ostasien beheimatet und wanderte von dort wahrscheinlich in die ganze Welt aus, daher auch der deutsche Name Wanderratte. Heute findet man das Tier auf allen Kontinenten außer der Antarktis. Die robuste Rattenart gilt als Allesfresser und ist nachts oft an New Yorker Mülltonnen anzutreffen. Millionen der Nager leben in den New Yorker U-Bahnschächten. Die Wanderratte wurde 1769 vom Wissenschaftler John Berkenhout als ‘Mus norvegicus’ benannt. Warum er als Artepitheton „norvegicus“ wählte, ist unklar.

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