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Legendäre Stätten der New Yorker Rockgeschichte und was sich heute dort befindet

Bild von Erol Inanc

Erol Inanc

Gründer von New York Aktuell

Die Ramones kommen 1975 aus der U-Bahn – Foto Bob Gruen

Kaum eine Stadt hat so viel in Sachen Rockgeschichte zu bieten wie New York. Wir werfen einen Blick zurück auf die legendären Clubs und Hallen der 1960er und 1970er Jahre. Hier begannen Trends und hier starteten viele Stars ihre Karrieren.

Kiss an der Ecke 23rd Street + 8th Avenue – Fotoshoot für Album ‚Dressed to Kill‘ – Foto Bob Gruen

Sie waren in Vierteln angesiedelt, in denen die Mieten billig waren und wo man relativ ungestört Lärm machen konnte. Gegenden, die als grenzwertig und nicht unbedingt als sicher galten, die aber auch interessant und voller Kreativität waren und viele Musiker inspirierten. Die gleichen Stadtteile sind 2026 ausnahmslos teuer und schick. Hier ein Blick auf die wichtigsten alten Clubs und Hallen und was sich heute an ihren Plätzen befindet.

Max’s Kansas City (1965 – 1981 213 Park Avenue South, Manhattan)

Max’s Kansas City 1976 – Album Cover von Max’s Kansas City 1976 & Beyond

Woher der Name kam, war nie ganz klar. Weder gab es einen Max noch irgendeine Verbindung mit Kansas City. Gestartet wurde er vom Nightlife-Impressario Mickey Ruskin. Andy Warhol hielt im 70 Quadratmeter großen Hinterzimmer Staat. Jeder, der etwas in der Kunst- und Musikwelt darstellte, tauchte irgendwann dort auf – von Rockgrößen wie Mick Jagger oder David Bowie bis hin zu Künstlern wie Salvador Dali. Bruce Springsteen, Aerosmith und Bob Marley traten auf, als noch niemand wusste, wer sie waren. Debbie Harry, die spätere Sängerin von Blondie, arbeitete hier zwei Jahre lang als Bedienung.

Natürlich waren Warhols Schützlinge, die Band Velvet Underground mit Lou Reed, unter den Stammgästen. Das Album „The Velvet Underground live at Max’s Kansas City“ wurde hier aufgenommen.

Unten ist hier heute „fraiche“ zu finden, ein kleiner Lebensmittelladen, und oben befinden sich Loftwohnungen.

Fillmore East (1968 – 1971 105 Second Avenue, Manhattan)

Foto – Amalie Rothschild

Das Fillmore East war ein altes jüdisches Theater, das der legendäre Promoter Bill Graham zu einer Halle mit 2.700 Plätzen umbaute. Die Liste von Künstlern, die hier auftraten, liest sich wie ein Who is Who der Rockgeschichte. Janis Joplin, Jimi Hendrix, Frank Zappa oder Miles Davis sind nur ein paar Namen.

Die Doors spielen 1968 im Fillmore East

Wo früher die Abendkasse und Lobby war, ist heute eine Bank, der Rest wurde in teure Wohnungen unterteilt. Die Vergangenheit ist hier aber nicht ganz vergessen. In der Bank hängen Fotos und Poster vom Fillmore, und die Stadt hat der Straßenecke an Second Avenue und 6th Street den Namen „Bill Graham Way“ gegeben.

CBGB (1973 – 2006  315 Bowery nahe Bleecker Street, Manhattan)

CBGB – 1977 Foto Meryl Meisner

In den 1970er Jahren war CBGB DIE die Brutstätte für Punk und New Wave in Amerika. Alle kamen sie hier durch, oft noch vollkommen unbekannt: Television, Patti Smith, die Dead Boys, um nur ein paar Namen zu nennen. The Police gaben hier ihr US-Debüt. Die ultimativen NY-Punkrocker, die Ramones, sind vielleicht die Band, die am engsten mit dem CBGB verbunden ist. Auch die späteren Weltstars Blondie waren Stammgäste hier.

Heute teilen sich zwei Bekleidungsläden die ehemaligen CBGB Räumlichkeiten: Designerboutique John Varvatos, der versucht, durch die vielen CBGB-Erinnerungsstücke, die er aufgekauft hat, von der reichen Vergangenheit seines Ladenlokals zu profitieren, und Outdoormarke Patagonia.

Mudd Club (1978 – 1983 77 White Street, Manhattan)

Foto Bob Gruen

Nicht nur in „The Return of Jackie and Judy“ von den Ramones wurde der Mudd Club besungen (siehe Anfang des Artikels), sondern auch von den Talking Heads, Nina Hagen und Frank Zappa. Lou Reed, Johnny Thunders, David Bowie und die Talking Heads waren unter den Gästen. Die Ramones traten oft hier auf, und die B52s gaben hier ihr NY-Debüt. Auch der unvergleichliche deutsche (Counter-)Tenor und Performance-Künstler Klaus Nomi, der 1983 eines der ersten bekannten AIDS-Opfer wurde, gastierte hier. Der Mudd Club war eine Mischung aus Disko und Musikclub, schicker als CBGB oder Max’s Kansas City, und hatte eine starke Verbindung zur Kunstwelt. Jean-Michel Basquiat, Keith Haring und Kenny Scharf waren Stammgäste in dem Club, der auch für starken Heroinkonsum bekannt war. Benannt war der Club nach Samuel Mudd, einem Arzt, der den Attentäter von Präsident Lincoln, John Wilkes Booth, medizinisch behandelte und daraufhin selbst angeklagt wurde.

Heute sind dort Luxuswohnungen.

Electric Circus (1967 – 1971 – 19-23 St. Marks Place, Manhattan)

Electric Circus verkörperte die psychedelische Szene der 1960er-Jahre in New York wie kein anderer Club.

Foto – Yale Joel

Die Gäste wurden mit durch die unterschiedlichsten Darbietungen unterhalten. Darunter Rockshows, flammenwerfende Jongleure oder experimentelles Theater. Der Raum mit der riesigen Tanzfläche wurde von halluzinogenen Lichtprojektionen durchflutet. Zum Entspannen sassen die Besucher auf Sofas, die im ganzen Club verteilt waren.

Heute befinden sich dort Wohnungen und Geschäfte

Andy Warhol’s Factory 1968 – 1973 (33 Union Square West im 6. Stock, Manhattan)

Foto Stephen Shore


Die Factory war zwar kein Musikclub, aber eines der legendärsten Stücke Popkultur in der Geschichte New Yorks. Die Factory lag auf der anderen Seite des Union Square von Max’s Kansas City. Hier schuf Warhol viel seiner Kunst, aber es war auch ein legendärer Treffpunkt der New Yorker Untergrundszene.
1968 wurde Warhol dort von der radikalen Feministin Valerie Solanas durch Schüsse so schwer verletzt, dass er schon für tot erklärt wurde. Obwohl er noch fast 20 Jahre lebte, heißt es, dass er nach dem Attentat nicht mehr der Gleiche war. Grund für die Tat war wahrscheinlich, dass Warhol ein Theaterstück von Solanas nicht produzieren wollte.

2026 befinden sich Dazed, ein gehobener Cannabisladen und Luxusapartments in dem Gebäude, das einst die Factory hauste.

Hier ist das Decker Building, in dem sich die Factory befand, heute. Es ist das zweite Gebäude von links.

2. Gebäude von links – Foto – Wikipedia

Electric Lady Studios – 1970 – heute (52 West 8th Street, Manhattan)

Foto: Paul Konz

1968 kauften Jimi Hendrix und sein Manager Michael Jeffery gemeinsam das ehemalige Musiklokal ‘Generation Club‘ im Manhattaner Künstlerviertel Greenwich Village, um es in ein speziell für den legendären Gitarristen designtes Aufnahmestudio umzuwandeln.

Hendrix wollte ein Studio auf dem letzten Stand der Technik, aber mit entspannendem Ambiente, um seine Kreativität zu fördern. Maler Lance Jost wurde beauftragt, ein psychedelisches Raumthema zu schaffen und Apparate wie Lichtmaschinen, die in verschiedenen Farben – je nach Stimmung – projizieren konnten.

Foto – Courtesy of Electric Lady

Die Arbeiten gestalteten sich schwierig und es dauerte bis zum 26. August 1970, bis das Studio offiziell eröffnete. Getauft wurde es Electric Lady, angelehnt an Hendrix zwei Jahre vorher veröffentlichtem Album, Electric Ladyland, das heute als eine der wichtigsten Werke in der Rockgeschichte gilt.

Am Tag nach der Einweihung nahm Hendrix ein ruhiges Instrumental auf, das als ‘Slow Blues‘ bekannt ist. Es sollte seine letzte Studioeinspielung sein. Bald danach machte er sich auf den Weg nach London, wo er am 18. September an einer Überdosis starb.

Rocklegenden wie Bob Dylan, David Bowie, die Rolling Stones und Led Zeppelin nahmen hier genau so auf, wie heutige Superstars wie Lady Gaga und Taylor Swift.

Musikfans müssen es leider bei einem Blick von außen belassen, es werden keine Touren angeboten.

Madison Square Garden

Harry Styles gab 2022 15 Konzerte im Madison Square Garden – Dieses Jahr spielt er von Mitte August bis Ende Oktober 30 mal

Nirgends auf der Welt fanden mehr hochkarätige Konzerte statt als im Madison Square Garden.

Praktisch jeder Künstler mit Rang und Namen stand seit 1968 auf der Bühne der 18.500 Zuschauer fassenden Arena, seien es die Rolling Stones oder Ed Sheeran.

Billy Joel trat 150 Mal in „Garden“ auf und ist damit einsamer Rekordhalter

Billy Joel, ein waschechter New Yorker, der sein ganzes Leben hier verbrachte, hält den Rekord mit 113 Shows im ‘Garden’ und bringt es auf den Punkt. „Was mich betrifft, ist der Madison Square Garden das Zentrum des Universums. Er hat die beste Akustik, das beste Publikum, den besten Ruf und die eine unvergleichliche Geschichte. Er ist ein Tempel des Rock ’n’ Roll.

Elvis Presley trat 1972 an vier Nächten hier auf – die einzigen Konzerte seiner Karriere in New York.

The Hotel Chelsea (1884 – heute)

1979

Opened as a co-op apartment building in 1884, it became known as bohemian hotel began in the 1960s, with its proliferation of art galleries and open embrace of the LGBTQIA+ community, was a magnet for those seeking an alternative New York. The hotel became both a meeting place and a home for creatives.

In Room 211, for example, Bob Dylan wrote songs for his classic 1966 Blonde On Blonde album and 10 years later, in the song Sara, he name-checked the place with the line “staying up for days in the Chelsea Hotel, writing Sad-Eyed Lady Of The Lowlands for you”.

A Chelsea King Room, New York

Elsewhere, Leonard Cohen had a liaison with Janis Joplin, whom he met in the elevator, and immortalised the occasion in Chelsea Hotel #2: “I remember you well at the Chelsea Hotel, you were talking so brave and so sweet.”

And infamously and tragically, on 12 October 1978, Nancy Spungen was found dead in the bathroom of the apartment she shared with her boyfriend, Sid Vicious of the Sex Pistols. “Nearly every day we get a call from someone wanting to know if they can stay in the same room where Sid and Nancy lived,” says William Benton, who works the hotel’s front desk and the door. Well, the answer to that question is now a yes.

After more than a decade largely without guests because of a dispute with some of the hotel’s residents, a revolving door of owners and a renovation some thought would never end, the Chelsea finally opened for business again.

The Chelsea hotel’s Lobby Bar, New York

The décor is a beguiling mix-and-match of vintage styles, including plush velvet couches and tiger-striped chairs. Rock ‘n’ roll touches abound: artfully distressed curtains;there are 14 different types of rooms and suites, plus four apartments – ranging from a small Studio up to a Deluxe two bedroom piedà- terre with a kitchen and marble benchtops.

El Quijote restaurant, New York

Gene Simmons von Kiss unterrichtete mal Sechstklässler an öffentlicher Schule in Manhattan

Sie können die Location heute noch besuchen – so entstand 1954 dieses legendäre Foto von Marilyn Monroe

Legendäre New Yorker Rapper Beastie Boys haben jetzt Straße in Manhattan nach sich benannt

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