Zeitmaschine

New Yorker U-Bahn 1986 – Münchner schoß großartiges Filmmaterial

TV-Allrounder Reinhold Kocaurek schnitt in den frühen 1980er Jahren daheim in München mehrere Episoden von Wolfi Fischers erfolgreicher TV-Reihe ‘Ein Münchner in New York’ (lief von 1979-1994 im BR). Das weckte sein Interesse an den USA und besonders New York.

Auf seiner zweiten New York Reise 1986 filmte er einiges in der New Yorker U-Bahn und produzierte einen zehnminütigen Kurzfilm aus dem Material. Die Aufnahmen wurden ein hervorragendes Dokument einer Zeit, in der die U-Bahn als gefährlich galt und vielerorts verrufen war. Was sie weiter auszeichnet, ist, neben der Qualität, dass sie ganz verschiedene Facetten des Lebens in der Subway zeigen.

Auf YouTube bekam der Clip über eine Millionen Views und 2000 Kommentare, die allermeisten von New Yorkern. Es wurde auch für einige andere Produktionen benutzt, zum Beispiel in einer Doku über Keith Haring, und wird im New York Transit Museum gezeigt.

Es ist auch faszinierend zu sehen, wie sehr sich viele der technischen Aspekte des Filmens in den gut drei Jahrzehnten geändert haben. Für die Filmemacher unter Ihnen gibt Reinhold uns unten einiges an interessanter Info. Für alle anderen – sehen Sie sich das Video an und machen Sie eine Zeitreise ins Jahr 1986.

Hier ist auch Reinholds Seite Pacific-Railroad.de zu sehen – besonders interessant ist sie für die Zugfans und Münchner unter Ihnen.

Reinhold erzählt uns, wie er 1986 filmte

Reinhold in den 1980er Jahren mit seiner Arri ST 02

Ich komme aus dem Fernsehbereich, drehe seit 1975 mit verschiedenen eigenen ARRI-Kameras, ARRI M, ARRI BL und eben der ARRI ST, die klein ist. Der Dreh in der U-Bahn war gar nicht so geplant. Er ergab sich als wir um 17 Uhr, also mitten in der Rush Hour, die U-Bahn vom Guggenheim Museum zu unserem Hotel am Times Square nahmen. 

Ich legte einen Kodak Ektachrome 7240 mit 125 ASA Film in mein großes 120m-Magazin und meine Freundin, Tontechnikerin, nahm unseren Sony Walkman WM-D3 (Dolby C) mit zwei Sennheiser MD421 Mikros auf einem Doppelgalgen. Da die Kamera nicht geblimbt ist, also Laufgeräusche macht, musste sie immer mindestens 5m von der ARRI wegstehen. Wir arbeiteten ohne Klappe zur Synchronisation, sondern mit Meter/Zähler-Protokoll, das ging schneller. 

Das Material habe ich für knapp 3000 Mark selbst entwickeln lassen im Kopierwerk Rönsch in München-Freimann und konnte es auf dem Fernsehstudioeigenem 16mm Filmabtastern FESE Baujahr 1972 farbkorrigiert abspielen lassen, um es auf einer 2″-Studio-MAZ zu speichern. Ende der 90er-Jahre gab es dann eine Kopie auf Beta SP, die 2012 digitalisiert wurde. 2018 habe ich das gesamte Material nochmal in HD direkt von den ungeschnittenen Kamera-Originalfilmrollen digitalisieren lassen

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