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Als die Bayer AG New Yorks Drogensüchtige mit Heroin versorgte

Aspirin war nicht die einzige Wunderarznei, die die Bayer AG entwickelte. Auch ‘Heroin‘ wurde von Bayer auf den Markt gebracht. Der Wirkstoff Diacetylmorphin wurde ab 1898 als Hustenmittel unter der Markenbezeichnung ‘Heroin’ verkauft, weil er – so ergaben Tests – den Benutzern heroische Gefühle bescherte. Schon ein Jahr nach der Einführung produzierte Bayer eine ganze Tonne Heroin und exportierte das Arzneimittel in 23 Länder, auch in die USA. Man konnte es hier dann rezeptfrei in jeder Apotheke kaufen. Das Medikament war aber, so stellte man sehr schnell fest, extrem suchterregend, und man schätzt, dass im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ein Drittel der New Yorker Drogensüchtigen ‘Heroin’-abhängig waren. 1913 zog sich Bayer dann auch vom ‘Heroin’-Handel zurück. Bayers zweiter großer Wurf – das Aspirin – verkaufte sich zu dieser Zeit auch bereits so glänzend, dass der Pharmariese dies auch geschäftlich gut verkraften konnte.

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